1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Geflüchtete in Wohnung aufnehmen: Das ist zu beachten

Erstellt:

Kommentare

Die Zahl der Flüchtlinge nimmt wieder zu.
Die Zahl der Flüchtlinge nimmt wieder zu. © DPA Deutsche Presseagentur

Der Überfall auf die Ukraine hat zu einer Vielzahl von Flüchtlingen und Vertriebenen geführt. Insbesondere Frauen, Alte und Kinder suchen nach Sicherheit und Hilfe in Europa. Viele Menschen überlegen, ob sie Flüchtende in ihrer Wohnung aufnehmen können und dürfen.

Werra-Meißner – Der Mieterbund Nordhessen weist darauf hin, dass aus mietrechtlicher Sicht zwischen einer vorübergehenden Aufnahme von Personen und längerfristigen Aufnahme zu unterscheiden ist. „Bei einer vorübergehenden Aufnahme von maximal sechs bis acht Wochen gilt dies als erlaubnisfreier Besuch, so- dass eine Mitteilung an den Vermieter oder dessen Erlaubnis nicht erforderlich ist. Dauert die Aufnahme aber länger, sollte der Vermieter bzw. die Vermieterin informiert und um Erlaubnis gebeten werden, um keine Kündigung des Mietverhältnisses zu riskieren“, so Maximilian Malirsch, Geschäftsführer des Mieterbundes.

Zeitraum beachten

„Vorsicht ist jedenfalls geboten, wenn ein Zeitraum von drei Monaten überschritten wird. Dann ist die Aufnahme auf jeden Fall erlaubnispflichtig. Eine entsprechende Genehmigung seitens des Vermieters bzw. der Vermieterin sollte vorsichtshalber aber schon bei einer Aufnahme von mehr als sechs Wochen eingeholt werden.“

Auch eine längere oder sogar dauerhafte Aufnahme von Geflüchteten in der eigenen Mietwohnung könne in Ausnahmefällen erlaubnisfrei sein. Dies betreffe insbesondere die Aufnahme von Ehepartnern, Lebenspartnern, Kindern oder Eltern, so Malirsch weiter.

Erlaubnis des Vermieters nötig

„Für eine längere oder dauerhafte Aufnahme anderer Personen wird jedoch die Erlaubnis des Vermietenden benötigt. Hier sagt das Gesetz, dass der Mieter einen Anspruch auf die Erlaubnis hat, wenn nach Abschluss des Vertrages ein berechtigtes Interesse für die Aufnahme in die Wohnung entsteht. Ausreichend sind hierfür nachvollziehbare, wirtschaftliche und persönliche Gründe wie etwa der Wunsch, nicht mehr alleine zu leben oder die eigenen Wohnkosten zu senken.“

Der Vermietende darf die Erlaubnis nur dann verweigern, wenn in der Person des Untermieters oder der Untermieterin ein wichtiger Grund liegt, der Wohnraum dauerhaft überbelegt würde oder ihm die Untervermietung ausnahmsweise nicht zugemutet werden kann.

Der Vermietende darf aber zum Beispiel Ausländer als Untermieter nicht allein wegen ihrer Herkunft ablehnen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Auch interessant

Kommentare