1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Gelbe Bänder erlauben die eigene Ernte von Obst in Wehretal

Erstellt:

Von: Eden Sophie Rimbach

Kommentare

Fleißig geworben hatte Ortsvorsteher Michael Bode. Zu den Bäumen in der Stöckchenstraße Oetmannshausens, die fleißig abgeerntet wurden, hat die Gemeinde einige neue Obstbäume gepflanzt.
Fleißig geworben hatte Ortsvorsteher Michael Bode. Zu den Bäumen in der Stöckchenstraße Oetmannshausens, die fleißig abgeerntet wurden, hat die Gemeinde einige neue Obstbäume gepflanzt. © Eden Sophie Rimbach

Ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzten: Das wollte das Projekt „Wehretal vereint“. Nun ziehen die Verantwortlichen und ein Ortsvorsteher Bilanz.

Wehretal – Gelbe Bänder flattern in diesem Jahr an zahlreichen Obstbäumen in ganz Wehretal. Zusammen mit den laminierten Plakaten wird schnell deutlich, dass sie die Bäume kennzeichnen, die Passanten abernten dürfen.

„Es wurde recht gut angenommen“, freut sich Carina Stanzel über die Resonanz auf die Aktion „Gelbe Bänder“. Ins Leben gerufen wurde „Gelbe Bänder“ vom Projekt „Wehretal vereint“, für das sie eine der Ansprechpartnerinnen ist. Durch andere Landkreise war „Wehretal vereint“ auf die Möglichkeit zum Verringern von Lebensmittelverschwendung aufmerksam geworden. Stanzel fügt hinzu, dass es in diesem Jahr wirklich viel Obst gegeben habe.

Beteiligen konnte sich jeder. Plakate mit den nötigen Informationen und gelbe Bänder stellte „Wehretal vereint“ zur Verfügung. Über die rege Teilnahme freuen sich Carina Stanzel und Kathrin Beyer: Beide erklären, dass es die Idee gebe, die Aktion jährlich zu wiederholen.

Ortsvorstehe verteilte 100 Flyer in Oetmannshausen

Das wünscht sich auch Oetmannshausens Ortsvorsteher Michael Bode. „Das läuft richtig gut“, freut er sich. Mindestens 25 Bäume der Kommune, die entlang der Stöckchenstraße Richtung Hoheneiche stehen, hatte er mit den gelben Markierungen versehen. Mit 100 Flyern, die er im Ort verteilte, machte er auf „Gelbe Bänder“ aufmerksam.

Begeistert schildert Bode, wie ganze Familien in der Stöckchenstraße unterwegs gewesen seien und Obst geerntet haben. Der Ortsvorsteher erzählt von Kindern, die auf die Bäume geklettert seien, um die Äpfel und Birnen zu erreichen. Auch sei es vorgekommen, dass sich Kinder an den markierten Bäumen bedienten und einen Apfel auf die Hand mitnahmen.

Kaum ein Apfel liegt in diesem Jahr auf der Stöckchenstraße in Oetmannshausen. Denn viele Familien haben fleißig geerntet.
Eine Ausnahme ist dieser Apfel. In diesem Jahr liegt kaum Obst auf der Stöckchenstraße in Oetmannshausen. Denn viele Familien haben fleißig geerntet. © Eden Sophie Rimbach

Ein Nebeneffekt der „Gelben Bänder“ sei gewesen, dass im Gegensatz zu den Vorjahren kein überfahrenes Obst auf der Straße liege. In einigen Jahren könnte in der Stöckchenstraße noch mehr abgeerntet werden. Denn die Gemeinde Wehretal hat einige neue Bäume angepflanzt.

Sechs Obstbäume von privaten Anbietern kamen in Oetmannshausen hinzu. Bode sprach einige Menschen gezielt an. Selbst erlaubte er das Pflücken auf seinem Grundstück, stellte auch Säcke bereit. Statt seine Bäume zu markieren, gab er die Pflückerlaubnis direkt. Sieben Kisten voll Obst erntete er dort und spendete sie ebenso wie mehrere Eimer Walnüsse an bedürftige Familien.

Private und kommunale Bäume in der gesamten Gemeinde

Alle Ortsteile Wehretals haben sich an „Gelbe Bänder“ beteiligt. Eine Reihe an gekennzeichneten Obstbäumen gab es in Vierbach. Über elf Feldwege beziehungsweise Flächen und einige Privatbäume habe sie sich erstreckt. Eine kleinere Gruppe übernahm die Begutachtung und das Anlegen eines Baumbuchs. Diese Bäume sollen im Frühjahr beziehungsweise Sommer wieder gekennzeichnet werden.

Einen privaten Anbieter gab es jeweils in Langenhain und Reichensachsen. Für Reichensachsen kamen 30 kommunale Bäume hinzu, berichtet wird von einer guten Resonanz. Zwei private und sieben kommunale Obstbäume durften in Hoheneiche abgeerntet werden.

Gefördert wird „Wehretal vereint“ über das Projekt Gemeinwesenarbeit in Hessen durch das Ministerium für Soziales und Integration.

Von Eden Sophie Rimbach

Auch interessant

Kommentare