Weltweiter Rohstoffmangel

Gelbe Säcke: Engpass trifft jetzt auch den Werra-Meißner-Kreis

Immer in der Diskussion: Gelbe Säcke reißen zu schnell, fliegen weg oder sind - wie aktuell - Mangelware.
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Immer in der Diskussion: Gelbe Säcke reißen zu schnell, fliegen weg oder sind - wie aktuell - Mangelware.

Gelbe Säcke für die Entsorgung von Verpackungsabfällen werden knapp in Deutschland. Die Auswirkungen des Mangels sind mittlerweile im Werra-Meißner-Kreis angekommen.

Werra-Meißner – Mehrere Kommunen wenden sich bereits an ihre Bürger und weisen auf den Versorgungsengpass hin. Wir beantworten die drängendsten Fragen.

Wer ist für die Verteilung der Gelben Säcke zuständig?
Zuständig für die Sammlung und Verwertung der Leichtverpackungen sind die Dualen Systeme. „Für die derzeitige Vertragsperiode zur Sammlung der Leichtverpackungen im Werra-Meißner-Kreis ist die Umweltservice Wartburgregion GmbH mit Sitz in Eisenach von den Dualen Systemen beauftragt worden“, weiß Friedhelm Junghans, Vorsitzender des Abfallzweckverbands Werra-Meißner. Die Umweltservice Wartburgregion GmbH wiederum hat die Firma Fehr-Knettenbrech-Industrieservice GmbH (FKI) als Subunternehmer beauftragt.
Wie erfolgt die Verteilung der Gelben Säcke?
Im Zuge dieses Vertragsverhältnisses werden einmal jährlich zwei Rollen Gelbe Säcke haushaltsdeckend verteilt. Bei den Kommunen sind Kontingente zur weiteren Ausgabe hinterlegt. Aktuell aber stockt es hier: Laut Auskunft der Firma Fehr-Knettenbrech sind die Gelben Säcke nur in Sontra, Witzenhausen, Waldkappel, Bad Sooden-Allendorf, Neu-Eichenberg und Meißner vollständig verteilt worden.
Was passiert mit den anderen Kommunen?
Die Firma Fehr-Knettenbrech wartet dringend auf die bestellte Lieferung der Gelben Säcke. Es sind nur noch Restbestände vorhanden, die in jeweils kleinen Chargen an die Kommunen, in denen noch nichts verteilt worden ist, abgegeben werden. Sobald die Lieferung kommt, wird weiter verteilt. In einer Meldung der Stadt Wanfried heißt es dazu beispielsweise: „Der Entsorger hat uns noch für Januar eine Lieferung mit Gelben Säcken zugesagt. Bis dahin können wir die Bevölkerung lediglich darum bitten, sich gegenseitig mit vorhandenen Beständen in den Haushalten auszuhelfen.“
Worin liegt der Mangel begründet?
Grund für die angespannte Lage sind Versorgungsprobleme bei den benötigten Kunststoffsorten LDPE und HPDE. Andreas Bruckschen, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, spricht von Produktionsausfällen, und bestellte Ware werde derzeit nicht geliefert. Dies gelte sowohl für Lieferungen aus Europa als auch aus China. Komplette Produktionslinien stehen derzeit still. Sackherstellern seien von Rohstofflieferanten bereits zugesicherte Aufträge ersatzlos storniert worden. Zudem fehlten Regranulate aus der Folienaufbereitung. Selbst Kartonagen zur Verpackung würden laut Andreas Bruckschen nicht genügend zur Verfügung stehen.
Wann ist mit einem Ende der Situation zu rechnen?
Andreas Bruckschen konstatiert einen „Rückstau“, der sich voraussichtlich erst im Frühjahr dieses Jahres auflösen wird. Bis dahin wird die Ausgabe der Gelben Säcke in den Kommunen vor Ort wohl wie zuletzt etwas rationiert, sodass der bestehende Vorrat noch länger ausreicht.

(Emily Hartmann)

Friedhelm Junghans, Vorsitzender Abfallzweckverband

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