Werra-Meißner-Kreis

Geld aus Glücksspiel fehlt: Corona schrumpft Steuereinnahmen aus Spielautomaten

Die Coronaviruspandemie hat die Steuereinnahmen der Kommunen im Werra-Meißner-Kreis durch Glücksspielautomaten gesenkt.
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Die Coronaviruspandemie hat die Steuereinnahmen der Kommunen im Werra-Meißner-Kreis durch Glücksspielautomaten gesenkt.

Die Coronaviruspandemie hat die Steuereinnahmen der Kommunen im Werra-Meißner-Kreis durch Glücksspielautomaten gesenkt.

Werra-Meißner – Kinos, Restaurants, aber auch Spielhallen waren duch die Coronapandemie monatelang geschlossen. Spielapparate, wie sie nicht nur in Spielhallen zu finden sind, sondern auch in Bars und Gaststätten, bringen normalerweise zusätzliche Einnahmen in die Kassen der Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis.

Mehr als 78 000 Euro weniger Einnahmen meldet zum Beispiel die Stadt Eschwege. Betrugen die Einnahmen vor der Pandemie im Jahr 2019 noch 353 600 Euro, waren es 2020 gut 275 500 Euro.

Löcher in den Stadtkassen

Die Stadt Eschwege erhebt bei den insgesamt 87 Spielgeräten seit April vergangenen Jahres eine Steuer von 20 Prozent auf die Bruttokasse. Im Haushaltsplan für dieses Jahr rechnete die Stadt noch mit Einnahmen von 420 000 Euro. „Dieser Wert wird bei weitem nicht erreicht“, sagt Eschweges Presseprecherin Scarlett Grebenstein.

Ein Loch in Höhe von fast 42 000 Euro wurde in die Stadtkasse von Bad Sooden-Allendorf gerissen. Wie Bürgermeister Frank Hix mitteilt, wurden 2019 mit den 47 Spielautomaten noch 94 500 Euro eingenommen. Versteuert sind die Automaten in der Badestadt mit 15 Prozent. Ausgelöst durch die Pandemie dürften die Einnahmen von 2021 ebenfalls niedrig ausfallen, so Hix.

24.600 Euro weniger in Witzenhausen

58 200 Euro spielten die 27 Spielautomaten im Jahr vor der Pandemie in die Witzenhäuser Stadtkasse. Der Steuersatz liegt hier bei zehn Prozent. Im Coronajahr 2020 lagen die Einnahmen dagegen gut 24 600 Euro niedriger. Nichtsdestotrotz rechnet die Stadt Witzenhausen 2021 wieder mit einer Summe von 50 000 Euro.

Anders rechnet dagegen die Stadt Sontra, wie Alexander Dupont, Sprecher der Stadt Sontra, mitteilt. Für dieses Jahr werden durch die späten Öffnungen und die weiteren Einschränkungen nur mit 13 000 Euro Einnahmen aus den insgesamt 18 Spielautomaten gerechnet.

Im vergangenen Jahr waren es 1600 Euro mehr, vor der Pandemie nahm die Stadt Sontra sogar über 25 000 Euro durch die Spielgeräte ein. Versteuert werden normale Geräte mit Gewinnmöglichkeit mit 12 Prozent, gewaltverherrlichende Spiele sogar mit 24 Prozent. (Jessica Sippel)

Vergnügungssteuer kommt Gemeinden zu

Vergnügungssteuern fließen den jeweiligen Kommunen zu, in denen sie erhoben werden. Darunter fallen neben der Spielgerätesteuer auch eine Kartensteuer für Eintrittsgelder bei Veranstaltungen sowie die Prostitutionssteuer. Der Prozentsatz der Spielgerätesteuer richtet sich häufig nach dem Bruttoumsatz, manchmal wird aber auch eine Pauschale je nach Stückzahl erhoben. Es wird unterschieden zwischen Glücksspielgeräten und Geräten ohne Gewinnmöglichkeit. 

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