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Sparkasse schließt Ende Juni ihre Servicestelle in Grebendorf

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Von: Stefanie Salzmann

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Sparkasse Werra-Meißner
Sparkasse Werra-Meißner in Grebendorf © Julia Dilling-Neitzel

Grebendorf – Zum Ende des Monats wird die Sparkasse Werra-Meißner ihren letzten Geldautomaten in der Gemeinde Meinhard  an der Oberen Dorfstraße in Grebendorf schließen.

Wer künftig Bargeld braucht, muss entweder den Geldautomaten im Grebendorfer Edeka während der Öffnungszeiten des Marktes nutzen – der ist allerdings kein Sparkassenautomat und somit gebührenpflichtig – oder die Sparkassenautomaten in Eschwege nutzen.

„Ich bin maßlos verärgert“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill über die Ankündigung der Sparkasse. Die älteren Leute in Grebendorf seien „stinksauer“, denn die nutzten den Automaten.

Zu geringe Kundenfrequenz

Als Gründe nennt das Kreditinstitut eine zu geringe Kundenfrequenz an dem Automaten, über den auch Überweisungen getätigt werden konnten sowie ein zu hohes Risikopotenzial in dem Gebäude. „Die Zahlungsgewohnheiten unserer Kundschaft haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Das bargeldlose Bezahlen wurde vielfach zu einer Selbstverständlichkeit und führt zu einer massiven Abnahme der Kundenfrequenz an unseren Selbstbedienungsgeräten“, sagt Sparkassen-Vorstand Dietmar Janz auf Anfrage.

Gleichzeitig, so Janz, hätten Geldautomaten-Sprengungen mit erheblichen Gebäudeschäden und teilweise sogar mit Gefährdung von Menschen drastisch zugenommen. Deshalb habe die Sparkasse auf Grundlage polizeilicher Empfehlungen die Standorte ihrer 31 Geldautomaten im Kreis einer Risikoanalyse unterzogen. Im Ergebnis der Risikoschätzung habe man sich entschieden, den Automaten in Grebendorf sowie einen weiteren am Herkulesmarkt in Witzenhausen Ende Juni dieses Jahres zu schließen.

20.000 Verfügungen im Jahr

Neben dem möglichen Risiko sei nach Auskunft von Janz auch die deutlich zu geringe Auslastung ein Grund für die Stilllegung des Grebendorfer Automaten. Die liegt laut Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill bei 20.000 Verfügungen im Jahr. Kostendeckend ist ein Geldautomat nach Angaben der Sparkasse ab 80.000 Verfügungen jährlich. Allein die Betriebskosten für den Automaten würden sich im Bereich „der Anschaffungskosten eines Kleinwagens“ bewegen, so Vorstand Janz. Alternativ will die Sparkasse ihren Meinharder Kunden jeweils am Mittwochnachmittag in einem Büro der Gemeindeverwaltung in Grebendorf eine Art Sprechstunde anbieten. Darüber gebe es bereits Gespräche mit dem Bürgermeister.

Außerdem verweist das Kreditinstitut auf seinen Bargeld-Heimservice, über den sich Kunden Bargeld bis zu 500 Euro nach Hause schicken lassen können. Zudem böten inzwischen viele Tankstellen und Supermärkte Bargeldauszahlungen bis 200 Euro an.

Im Zuge der Risikominimierung kündigt die Sparkasse an, auch den Nachtzugang zu ihren dann noch 29 Automaten einzuschränken. Einzige Ausnahmen werden dann noch die Geldautomaten an den beiden Hauptstellen der Sparkasse in Eschwege sowie in Witzenhausen sein.

Von Stefanie Salzmann

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