1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Gemeinde Laudenbach feiert 725-jähriges Bestehen

Erstellt:

Von: Lothar Röß

Kommentare

Über drei Jahrhunderte hatte Laudenbach eine eigene Schule, hier die älteren Schülerinnen und Schüler mit Lehrer Kühneweg um 1900 vor dem Gebäude an der Straße „Steinernes Gäßchen“. Repro: Lothar Röß
Über drei Jahrhunderte hatte Laudenbach eine eigene Schule, hier die älteren Schülerinnen und Schüler mit Lehrer Kühneweg um 1900 vor dem Gebäude an der Straße „Steinernes Gäßchen“. © Lothar Röß

Die Geschichte von Laudenbach beginnt urkundlich im Jahr 1297 und wird auch Teil des Kommerses sein, mit dem die mehrtägigen Feierlichkeiten zum 725-jährigen Bestehen am Samstag um 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus des Großalmeröder Stadtteils eröffnet werden.

Laudenbach – Dass das Leben im Ort jedoch weitaus früher begonnen haben dürfte, darauf deutet auch die über 2000 Jahre alte Handelsroute „Sälzer Weg“ hin, auf der das „Weiße Gold“ aus Bad Sooden-Allendorf, archäologischen Funden zu Folge schon lange vor Christi Geburt, durch den Ort in den Rheingau transportiert wurde. Auf einer Länge von gut 500 Metern verläuft der Handelsweg ab dem Ortsausgang Richtung Weißenbach auf der heutigen Sälzerstraße bis zur Ortsmitte.

Vom regen Handel profitierte nicht nur das dienstleistende Handwerk vor Ort, sondern auch einige Laudenbächer, die als Salztreiber oder Salzführer tätig waren. Über die steilen Meißnerpfade transportierten auch zahlreiche Frauen aus dem Ort das Salz in ihren Kötzen bis nach Spangenberg. Vieles hat Dr. Karl Kollmann in der Dorfchronik von 1997 detailliert beschrieben.

Ältestes Relikt im Ort ist die Kirche. Auch wenn die Pfarrkirche in 1397 erstmals offiziell erwähnt wird, so liefert der Turm mit seinen 1,3 Meter dicken Bruchsteinmauern einen Hinweis auf die Entstehung Mitte des 13. Jahrhunderts. Eine eigene Dorfschule besteht mindestens seit dem 17. Jahrhundert, wie die Angaben von 1635 zu den Einkünften des Lehrers belegen. Ab 1915 ist Laudenbach mit dem Bau der Gelstertalbahn und eigenem Bahnhof an das Schienennetz angeschlossen. 1973 wird der Personenverkehr eingestellt, wenige Jahre später auch der Güterverkehr. Seit Januar 1974 ist die Gemeinde Stadtteil von Großalmerode, 1980 wurde das Dorfgemeinschaftshaus gebaut.

Berühmtester Sohn der Gemeinde ist Heinrich Pforr, Maler, Zeichner und Fotograf, geboren am 26. Oktober 1880 in der Straße „Hinter der Kirche“, die später nach ihm benannt wurde. (Lothar Röß)

Blick vom Sälzerhof, dem mehr als 300 Jahre alten Drei-Seiten-Hof, hinüber zur Pfarrkirche.
Blick vom Sälzerhof, dem mehr als 300 Jahre alten Drei-Seiten-Hof, hinüber zur Pfarrkirche. © Lothar Röß

Auch interessant

Kommentare