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Gemeinde Meißner erstellt Konzept für ländlichen Raum

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Von: Julia Henniges

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Viefältige Themen: Der Arbeitskreis „Naturschutz und Landschaftspflege“ beschäftigte sich unter anderem mit der Gewässerentwicklung des Kupferbachs (Bild). Dieser soll renaturiert werden.
Viefältige Themen: Der Arbeitskreis „Naturschutz und Landschaftspflege“ beschäftigte sich unter anderem mit der Gewässerentwicklung des Kupferbachs (Bild). Dieser soll renaturiert werden. © Gemeinde Meißner

Meißner – Wie kann der landwirtschaftliche Strukturwandel gestaltet werden, wenn die Anzahl der Betriebe rückgängig ist und die landwirtschaftlichen Flächen eher kleinteilig sind?

Meißner – Wie können Wirtschaftswege an die Bedarfe der unterschiedlichen Nutzer angepasst werden? Und wie soll der Tourismusbereich weiter entwickelt werden? Um diese und viele weitere Problematiken geht es bei einem Konzept, das für die Gemeinde Meißner entwickelt wird.

Dazu fand kürzlich ein Forum in Abterode statt, bei dem sich alle Bürger mit Ideen einbringen konnten. Das erklärte Ziel: Stärkung sowie Weiterentwicklung des Landschaftsraumes und die Verbesserung der Lebensqualität.

Rückblick: Im Jahr 2019 wurde die Gemeinde bereits in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen, es wurde ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) beauftragt. Dies bezieht sich vor allem auf die Innenentwicklung, nicht aber auf land- und forstwirtschaftlich genutzte Außenbereiche. Und genau dazu erreichten die Gemeinde Meißner immer wieder Fragestellungen.

Für die Außenbereiche brauchte es also ein anderes Konzept – das sogenannte Silek, ein integriertes ländliches Entwicklungskonzept. Die Gemeinde ist laut Bürgermeister Friedhelm Junghans die erste Kommune in Nordhessen, die ein solches Konzept erstellt. Damit beauftragt wurde die Arge Dorfentwicklung. „Wir wollen alle an einen Tisch holen, Probleme ansprechen und Kompromisse finden“, sagt Junghans. Kosten: etwa 39  000 Euro, das Vorhaben wird zu 75 Prozent vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation gefördert.

In welchen Bereichen der Gemeinde herrscht also Handlungsbedarf? Das klärte zunächst eine Ortsbegehung: „Themen waren zum Beispiel die Verbesserung des Wegenetzes, also die Reparatur und der Ausbau von Wirtschaftswegen. Aber auch Konflikte, die sich bei der Nutzung ergeben – wenn also parkende Autos den Weg blockieren und der Landwirt mit seinen Fahrzeugen nicht durch kommt“, sagt Helge Jung von der Arge Dorfentwicklung. Beim ersten Silek-Forum konnten sich nun auch die Bürger aktiv einbringen.

Sie schlossen sich verschiedenen Arbeitskreisen an. Bei „Landwirtschaft und Agrarstruktur“ ging es beispielsweise um die Direktvermarktung, den vereinfachten Zugang zu bewirtschafteten Flächen und die Verschmutzung durch Hundekot auf Grün- und Gemeinschaftsflächen. Vor allem der Ausbau der Rad- sowie Wanderwege und die Lückenschlüsse in den Wegenetzen beschäftigten den Arbeitskreis „Tourismus und Naherholung“. Die Renaturierung des Kupferbachs und die Gründlandpflege waren außerdem Themen im Bereich „Naturschutz und Landschaftspflege“. Die Ergebnisse des Forums sollen schon bald in der ersten „Silek-Runde“ zusammengetragen und konkrete Projekte erarbeitet werden.

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