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Gemeinde Meißner saniert Kanalisation mithilfe von Syntheseschlauch

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Begutachtung per Kamera: (von links) Stefan Gier (Geschäftsführender Gesellschafter Ingenieurbüro Rother & Partner Ingenieurgesellschaft mbH), Bürgermeister Friedhelm Junghans, Frank Hilscher (Firma Erles Umweltservice) und Michael Draband (Planung und Bauüberwachung) lassen einen Wagen mit Kamera in den Kanal.
Begutachtung per Kamera: (von links) Stefan Gier (Geschäftsführender Gesellschafter Ingenieurbüro Rother & Partner Ingenieurgesellschaft mbH), Bürgermeister Friedhelm Junghans, Frank Hilscher (Firma Erles Umweltservice) und Michael Draband (Planung und Bauüberwachung) lassen einen Wagen mit Kamera in den Kanal. © EDEN SOPHIE RIMBACH

Mittels einer geschlossenen Kanalsanierung wurde die Innenverkleidung von Kanälen in Abterode saniert. Das Verfahren spart Zeit und Geld.

Abterode – In den vergangenen Wochen standen mehrfach Wagen an den Kanaldeckeln Abterodes. Denn anstatt für eine offene hatte sich die Kommune für eine geschlossene Kanalsanierung entschieden.

Der Grund dafür sei gewesen, dass dieses Verfahren schneller und wirtschaftlicher sei und für die Anwohner keine Kosten entstehen. Das erklärte Bürgermeister Friedhelm Junghans. Denn anstatt die Straße zu öffnen, wurden lediglich die Kanaldeckel abgenommen, um Schlauchliner zu verlegen. Bei diesem Verfahren wird der mit Glasfaser verstärkte Syntheseschlauch im Kanal ausgeweitet und passt sich diesem auf diese Weise an. Gehärtet wird der Schlauchliner dann mithilfe von UV-Licht.

Geschlossenes Verfahren muss frühzeitig angewendet werden

Wie Stefan Gier, geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüros Rother & Partner, erklärt, kann das Verfahren nicht immer und überall angewandt werden. Wenn der Kanal zu stark beschädigt ist, muss eine offene Sanierung stattfinden. Doch sofern sich rechtzeitig gekümmert werde und die Kanalisation lediglich aufgrund von einigen Rissen saniert werden müsse, seien die Arbeiten mit Schlauchliner die bürgerfreundlichsten. Seit zirka 40 Jahren gibt es das eigentlich von einem Metzger entdeckte Verfahren in Deutschland. Ebenso lang sei die Haltbarkeit in etwa.

Blick in den Kanal: Ferngesteuert ist der Wagen mit Kamera zum Überprüfen unterwegs.
Blick in den Kanal: Ferngesteuert ist der Wagen mit Kamera zum Überprüfen unterwegs. © Rimbach, Eden Sophie

Gier lobt die Gemeinde Meißner dafür, dass sie sich früh zur Sanierung der Kanalisation entschieden habe. Sei das nicht der Fall, müsse irgendwann mit einem offenen Verfahren gearbeitet werden. Anstelle von Wochen – die Arbeiten in Abterode haben Anfang Oktober begonnen – dauere dieses mindestens ein Jahr. Die Kosten einer offenen Sanierung beschreibt Gier als etwa fünf- bis sechsmal so hoch wie die der geschlossenen.

Junghans erklärt, dass die Gemeinde für die nötigen Sanierungen mit dem Schlauchliner in Teilen Abterodes, Wolfterodes und Weidenhausens zirka 340.000 Euro an die Firma Erles Umweltservice gezahlt habe.

Wirtschaftlich sinnvolles Verfahren

„Grundsätzlich ist das ein sehr wirtschaftliches Verfahren, um dauerhaft gute Ergebnisse zu erzielen“, sagt Gier über die Arbeit mit Schlauchliner. Rund 1.150 Meter der Schläuche wurden bei diesen Arbeiten verlegt. Zirka 160 Anschlüsse gehören dazu. Diese wurden nach dem Legen und Aushärten der Schläuche von innen herausgefräst. Zuvor war durch das Befahren der Kanalisation mithilfe eines Roboters festgestellt worden, wo genau diese liegen.

Die Anschlüsse in den 34 Haltungen wurden mithilfe eines Roboters geöffnet und danach angebunden. Überprüft wurden die abgeschlossenen Arbeiten am Dienstag mithilfe einer fahrbaren Kamera, die direkt an einen Bildschirm am Fahrzeug überträgt.

Seit 2014 laufen die Untersuchungen der Kanalisation in Meißner, wie Junghans erklärt. Vier Jahre später hat die Sanierung begonnen. Bisher haben die Maßnahmen zur Sanierung des Kanals in der Gemeinde insgesamt etwa 1,4 Millionen Euro gekostet. (Eden Sophie Rimbach)

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