Unabhängig von Listenplatz gewählt

Gemeindevertretung Herleshausen: Neue Konstellation bei der SPD

Sie wollen für die SPD in die Gemeindevertretung einziehen: (von links) Dr. Fabian Rauschenberg, Franziska Mayer, Bernd Nölker, Burghard Scheld und Peter Bauer.
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Sie wollen für die SPD in die Gemeindevertretung einziehen: (von links) Dr. Fabian Rauschenberg, Franziska Mayer, Bernd Nölker, Burghard Scheld und Peter Bauer.

Neue und altbekannte Gesichter werden für die SPD Herleshausen in die Gemeindevertretung Herleshausens einziehen.

Herleshausen – Die offizielle Bestätigung aus der Verwaltung werde in diese Tagen erwartet, erklären die Sozialdemokraten am Donnerstagabend. Die Konstellation wird aber anders sein, als es die Wahlliste vor der Kommunalwahl am 14. März hätte vermuten lassen.

Ich habe mich zum ersten Mal aufstellen lassen und bin froh, dass die Wähler mir ihr Vertrauen schenken.

Franziska Mayer, SPD Herleshausen

Dr. Fabian Rauschenberg etwa nahm zuerst den 15. Platz ein. Jetzt steht er an zweiter Stelle. Seine Parteikollegen bezeichnen ihn daher als Senkrechtstarter. Burghard Scheld rückte von Platz zehn an die Spitze, Franziska Mayer erreichte den fünften Platz (Liste: 8) und Peter Bauer sackte von eins auf fünf. Lediglich Bernd Nölker wurde von den Wählern in der Gemeinde Herleshausen auf Platz drei bestätigt.

„Senkrechtstarter“ Kommunalwahl 2021

„Die Ergebnisse zeigten, dass die Wählerinnen und Wähler zunehmend das Wahlsystem des Kumulierens und Panaschierens nutzen, um Kandidaten unabhängig von deren Listenzugehörigkeit zu unterstützen“, kommentieren die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung.

Das liege auch daran, dass durch Briefwahl mehr Zeit und Ruhe bliebe, sagt Rauschenberg. Über seinen „Senkrechtstart“ sei er ebenfalls überrascht. Vor dem Wunsch der Wähler in der Gemeinde Herleshausen würden weder er noch seine Parteikokollegen sich drücken, erklären sie. „Jeder nimmt die Wahl an.“

Viele seien offenbar der Auffassung gewesen, dass etwas frischer Wind der Gemeindevertretung gut tun würde. „Ich habe mich zum ersten Mal aufstellen lassen und bin froh, dass die Wähler mir ihr Vertrauen schenken“, sagt Franziska Mayer. Zusammen mit Rauschenberg verjüngen sie das zukünftige Team der SPD in der Gemeindeverwaltung.

Ob die SPD sich nun neu ausrichte und Themen, die besonders die jüngeren Generationen beträfen, in den Fokus rückten? „Das ist die logische Konsequenz“, sagt Rauschenberg. Denn natürlich hätten er und Parteikollegin Franziska Mayer einen ganz anderen Blick auf Themen.

SPD nicht zufrieden mit Ergebnis

Zufrieden ist die SPD mit dem Gesamtergebnis nicht. Sie hat einen Platz in der Gemeindevertretung verloren, außerdem bei den Wählerstimmen im Vergleich zur Kommunalwahl 2016 mehr als zehn Prozentpunkte: 2021 entschieden sich 6403 Wähler für die Sozialdemokraten, was einen Anteil von 33,4 Prozent ausmachte, 2016 entfielen noch 43,8 Prozent (8302) der Stimmen auf sie.

Woher das Ergebnis kommt? Die SPD vermutet, „das derzeitige Image unserer Partei auf Bundesebene“ hätte „ein deutlich besseres Wahlergebnis kaum möglich gemacht“. Das geht aus der Pressemitteilung hervor.

So habe „es schon Wahlkämpfe gegeben, in denen man mehr Rückenwind von den Genossen in Berlin bekommen hat“. Auch Corona machen die Sozialdemokraten als Ursache für das Ergebnis aus: Die Pandemie habe es „erheblich erschwert, aus der Opposition heraus unsere Themen und Positionen in Abgrenzung von den Mitbewerbern deutlich zu kommunizieren“. So sei auf mehrfache Verteilung von Flyern aus finanziellen und ökologischen Gründen verzichtet worden.

Nach der Kommunalwahl: Blick nach vorne

Nun wollen die Kandidaten nach vorne schauen. Sie seien alle offen für die Zusammenarbeit mit den anderen beiden Parteien (WSRG und CDU) und ihren zukünftigen Mitgliedern in dem Herleshäuser Gemeindeparlament. „Am Schluss geht es um Herleshausen“, sagt Scheld. Er wolle sich für mehr Transparenz und öffentliche Diskussionen einsetzen.

Von Hanna Maiterth

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