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Gemeinsam Sport gestalten: So gibt‘s Geld vom Land

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Wollen den Abbau von Hindernissen fördern: Edmund Pliefke (Koordinator Sport und Flüchtlinge, von links), Peter Schreiber (Sportjugend Hessen) und Sportkreisvorsitzender Dr. Jörg Möller.
Wollen den Abbau von Hindernissen fördern: Edmund Pliefke (Koordinator Sport und Flüchtlinge, von links), Peter Schreiber (Sportjugend Hessen) und Sportkreisvorsitzender Dr. Jörg Möller. © Chris Cortis

Bad Sooden-Allendorf – Das größte Hindernis zur Integration von Geflüchteten in ihre neue Umwelt sei die Sprache, stellte der Vorsitzende des Sportkreises Werra-Meißner, Dr. Jörg Möller, fest. Aber auch in den Köpfen der Menschen auf beiden Seiten müssten Grenzen überwunden werden.

Das war am Mittwochabend in der Badestädter Rhenanus-Schule der einhellige Tenor auf einem Regionaltreffen der Sport-Coaches, verbunden mit dem Aufruf, mehr Kommunen sollten das Sport-Förderprogramm des Landes Hessen zur Integration und sozialen Teilhabe der Migranten, aber auch sozial schwächerer Familien in Anspruch nehmen.

Zwölf Monate nach der ersten Flüchtlingswelle vor sieben Jahren hatte die Landesregierung das Programm unter dem Titel „Sport und Flüchtlinge“ aufgelegt. Seit diesem Jahr trägt es den Namen „Sport integriert Hessen“ und stattet aktuell hessenweit 80 Sportvereine mit Geld aus, etwa zur Beschaffung von Sportkleidung, -schuhen oder -materialien.

Waren es anfangs von den kreisweit 16 Kommunen noch sieben, die davon auf relativ unbürokratischem Weg Gebrauch machten, sind bis heute nur noch die Städte Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen bei der Stange geblieben. Möller: „Damit nehmen sich die Kommunen selbst die Chance, etwas zu gestalten.“ Oder, wie es der dafür zuständige Sportkoordinator Edmund Pliefke ausdrückte: Rund 80 000 Euro an Fördermitteln gingen auf diese Weise verloren.

Nach Pliefkes Worten flossen tatsächlich für dieses Integrationsprojekt bis heute mehr als 364 000 Euro in den Werra-Meißner-Kreis. Am meisten profitierte davon die Kreisstadt mit knapp 95 000 Euro vor Witzenhausen (77 000), Bad Sooden-Allendorf (58 000) und Hessisch Lichtenau (44 000).

Zentraler Baustein des Förderprogramms, maßgeblich begleitet durch die Sportjugend Hessen, sind die Sport-Coaches als Ansprechpersonen und Netzwerkpartner vor Ort.

Sie sind das Bindeglied zwischen Kommune und Sportvereinen, erfragen aufseiten der Zielgruppe die sportlichen Interessen, loten mit Vorständen und Trainern die Möglichkeiten aus und begleiten anfangs zur Überwindung von Schwellenangst Kinder, Jugendliche oder Erwachsene zu den Übungsstunden.

Außerdem bauen die Coaches Kontakte auf zu Flüchtlingsinitiativen und karitativen Organisationen, wie etwa im konkreten Fall zur evangelischen Familienhilfe in Eschwege, dem Vielfachzentrum in Witzenhausen und dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt, die bei dem Treffen am Mittwoch auch vertreten waren.

Als leuchtendes Beispiel für das Engagement der Sport-Coaches wurde an diesem Abend das interkulturelle Sportfest in Bad Sooden-Allendorf herausgestellt, das nunmehr schon zum siebten Mal Einheimische, Neubürger und sogar Teilnehmer von außerhalb vereint hat.

Angeregt wurde, über Landrätin Nicole Rathgeber (Freie Wähler) eine Bürgermeister-Dienstversammlung einzuberufen, um alle Gemeinden des Kreises mit dem Landesprogramm vertraut zu machen, von dem letztlich auch die Sportvereine durch Zuwachs an Mitgliedern profitieren könnten. Im Gespräch ist, dieses Programm auch für Menschen mit Handicap zu öffnen.  

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