Gemeinsam statt einsam

Eschwege: Angebot der Familienbildungsstätte gewinnt Elisabethpreis für Soziales

Ein Teil des Mittagstischteams der Familienbildungsstätte: (von links) Irmgard Kulossek, Gisela Dunkelberg, Leni Abbing, Karin Knieps und Anke Ehrlich.
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Ein Teil des Mittagstischteams der Familienbildungsstätte: (von links) Irmgard Kulossek, Gisela Dunkelberg, Leni Abbing, Karin Knieps und Anke Ehrlich.

Die Evangelische Familienbildungsstätte Mehrgenerationenhaus Werra-Meißner in Eschwege hat den dritten Platz beim Hessischen Elisabethpreis für Soziales 2020 gewonnen.

Eschwege - Dieser ist mit 3000 Euro dotiert. Zusammen mit über siebzig anderen Projekten in Hessen hatte sich die FBS beworben, diese Woche wurden die Preisträger per Video-Stream bekannt gegeben. Insgesamt teilten sich sieben Gewinner (siehe unten) das Preisgeld von 30 000 Euro.

Das Thema hieß in diesem Jahr: „Einsamkeit – Mittendrin, nicht außen vor“. Staatssekretärin des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, Anne Jantz, erklärte: „Das Thema haben wir gewählt, als von Corona noch keine Rede sein konnte. Doch in diesem Jahr hat es einen Nerv getroffen.“ Die Familienbildungsstätte in Eschwege bewarb sich mit ihrem Projekt „Gemeinsam statt einsam“.

Gezielte Unterstützung von Senioren

Dieses richtet sich an die Bevölkerungsgruppe zwischen 60 und 80 Jahren, deren Anteil in den kommenden Jahrzehnten im statistischen Mittel im Werra-Meißner-Kreis um 14 Prozent zunehmen werde. Aufgabenstellung sei es, gezielt Senioren zu unterstützen. Seit 2004 wurden dazu weitgehend ehrenamtliche Angebote schrittweise zu einem ineinandergreifenden und umfassenden Angebotsmix ausgebaut. Rund 80 Ehrenamtliche seien dafür im gesamten Werra-Meißner-Kreis im Einsatz.

Das Angebot umfasse die freiwillige Seniorenbegleitung, die freiwillige Demenzbegleitung, aktivierende Hausbesuche, Besuche am Telefon, Pflegebotschafter, Veranstaltungen für pflegende Angehörige, den Mittwochs-Mittagstisch von Senioren für Senioren sowie Kursangebote für Senioren, die noch mobil sind.

Alle Angebote hätten das Ziel, der Vereinsamung vorzubeugen, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Senioren zu erhalten, um möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Ergänzende Angebote dienten der Entlastung der pflegenden Angehörigen.

Innovative Mischung aus Präsenzangeboten und dezentralen Angeboten

Dieses Engagement wurde mit dem Elisabethpreis honoriert. In der Begründung zur Preisvergabe heißt es: „Innovativ ist die Mischung aus Präsenzangeboten wie etwa der Mittagstisch und dezentralen Angeboten, Weiterbildungsangeboten für Ehrenamtliche und Telefonbesuchen. So wird der Isolation von Menschen in Pflegesituationen entgegengewirkt und ihre Angehörigen werden entlastet.

Da es in vielen Städten und Gemeinden ähnliche Problematiken gibt, kann ein solches Projekt sehr gut auf andere Orte übertragen werden.“ Gudrun Lang, Leiterin der FBS, nahm den Preis mit ihrem Team am Abend per Video-Schalte entgegen.

„Wir waren überrascht und stolz, dass wir den dritten Preis von über 70 Einsendern gewonnen haben“, sagte sie gegenüber der Werra-Rundschau. „Besonders glücklich sind wir, da dieses Projekt für uns nichts Außergewöhnliches, sondern sozusagen unsere tägliche Arbeit ist. Das ist das, was wir tun, und dafür haben wir Wertschätzung erhalten.“

Das Projekt erreiche im Werra-Meißner-Kreis rund 180 Senioren. Und es geht weiter. Während der Ausbreitung der Pandemie habe es sogar eine besondere Bedeutung gewonnen, auch wenn derzeit nicht alle Angebote stattfinden könnten. (Kristin Weber)

Alle Gewinner: Marburger Angebot ganz vorne

1. Preis: Pegasus – Naturpädagogische Angebote Kinder psychisch kranker Eltern der Bsj Marburg

2. Preis: Wohngestein – WohnenGemeinsamStattEinsam, Wohngestein wohnen Inklusiv gGmbH; 2. Preis: „PontiFeen“ Fechenheimer bauen Brücken für Geselligkeit im Alter, Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e. V.

3. Preis: Gemeinsam statt einsam, Ev. Familienbildungsstätte Mehrgenerationenhaus Werra-Meißner; 3.Preis: Nachbarschaftshilfenetzwerk AWO-Quartier Altenbauna, AWO Nordhessen; Sonderpreis: Menschenrechte – Integration, Peri e. V.

Sonderpreis: „Mit Worten Brücken bauen“, Lebenshilfe Dillenburg/Sascha Kirchhoff.

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