Gemischte Gefühle bei Betreibern

Inhaber verkürzen die Öffnungszeiten in ihren Cafés und Restaurants

Ines Schindler steht vor ihrem Café Schindler mit Genuss in Hessisch Lichtenau.
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Ines Schindler öffnet ihr Café Schindler mit Genuss in Hessisch Lichtenau von Freitag bis Sonntag.

Seit einem Monat haben die Restaurants nach der coronabedingten Schließung wieder für Besucher geöffnet. Nachdem wir damals mit drei Unternehmen gesprochen haben, haben wir noch einmal nachgefragt, wie es ihnen geht.

Jausenstation

Sah Matthias Pflüger von der Jausenstation in Großalmerode die Situation zur Öffnung als sehr schwierig an, ist er nun etwas positiver gestimmt. „Die Leute wollen raus in die Natur und sind froh, Ausflüge in die Region machen zu können“, sagt Pflüger. Die Gästeanzahl im Lokal sei aber ganz unterschiedlich. Pflüger hat die Öffnungszeiten deswegen eingeschränkt. War sonst ab Mittwoch geöffnet, ist das Lokal nun jeden Samstag und Sonntag offen, sowie an den Feiertagen.

„Um die Kurzarbeit kommen wir nicht drumherum.“ Da das Platzangebot immer noch reduziert ist, empfiehlt Pflüger, zu reservieren. „Aber auch für spontane Wanderer finden wir eine Lösung“, versichert Pflüger. Im Lokal können etwa die Hälfte der Plätze genutzt werden, die Terrasse kann voll bestuhlt werden. Viele Gäste sitzen aktuell lieber draußen, sofern das Wetter mitspielt, berichtet Pflüger.

Seine Gäste verhielten sich bisher alle sehr einsichtig und diszipliniert. Als kleines Dankeschön erhält nun jeder Gast einen Gutschein für zehn Prozent Ermäßigung bei einem Einkauf im Hofladen. Der hat immer mit dem Restaurant geöffnet, sowie von Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr.

Café Schindler mit Genuss

Umstellungen gab es auch bei Ines Schindler und ihrem Café Schindler mit Genuss in Hessisch Lichtenau. Auch sie reduzierte die Öffnungszeiten: War sonst von Mittwoch bis Sonntag geöffnet, können Gäste nun von Freitag bis Sonntag kommen. „Wir haben Mittwoch und Donnerstag wegreduziert, weil wir keine Besucher hatten“, sagt Ines Schindler.

Die Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter hat sie bis Ende Dezember verlängert. „Ich hoffe, dass Juli und August gut werden.“ Schade sei jedoch, dass das Holleum nicht geöffnet habe, denn viele ihrer Gäste seien sonst deswegen in die Stadt gekommen. In ihrem Café veranstaltet Ines Schindler regelmäßig Konzerte und Lesungen. So wird am Sonntag, 5. Juli, Felicia Molenkamp eine Lesung halten und Einblicke in die Pflanzenwelt gewähren. Zudem ist freitags spanischer Abend, es werden Tapas und Sangria angeboten.

Ines Schindler versucht, so viel wie möglich draußen anzubieten. Bei ihren Gästen stellte sie fest, dass viele Hemmungen hatten, sich ins Lokal zu setzen. „Aber draußen kann mich ich frei ausbreiten“, sagt Schindler. Dafür nutzt sie den Platz vorm Café und die eigene Dachterrasse.

Hof Kindervatter

Auch beim Hof Kindervatter in Witzenhausen sind die Gefühle nach wie vor gemischt. „Viele Gäste unterstützen uns, dafür sind wir dankbar“, sagt Tobias Kindervatter. „Ein guter Sonntag bringt aber nicht so viel, wenn die vier Tage davor nichts gebracht haben“, sagt er. Reservierungen kämen in der Regel nur für zwei bis vier Personen.

Aber dennoch ist Kindervatter positiv gestimmt, denn die Kirschernte hat begonnen. „Das wird Schwung reinbringen.“ Dennoch hat auch er seine Öffnungszeiten angepasst und den Dienstag nun als Ruhetag. „Dienstag war kein Bedarf da.“ Kurzarbeit benötigt er im Moment nicht mehr so viel, denn die Kirschernte macht dieses Jahr das festangestellte Personal und keine Minijobber oder Studenten.

„Wir müssen noch wirtschaftlicher arbeiten“, sagt Kindervatter. So können sie am Wochenende zum Beispiel nicht mehr drei bis vier Kuchen backen, wie früher, sondern haben auf zwei Kuchen reduziert.

Wenn es im Herbst ruhiger wird, hofft Kindervatter auf die ersten Feiern im Restaurant. „Wenn Konfirmationen und Weihnachtsfeiern nicht gemacht werden dürfen, wird es schwierig.“ Im Januar und Februar sind für gewöhnlich Betriebsferien, da es in dieser Zeit kaum Besucher gibt. Um diese Monate zu überbrücken, muss aber vorgearbeitet werden, doch „bisher waren das alles schwache Monate“, sagt Tobias Kindervatter.  

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