Pflegeschulen ziehen positive Bilanz

Die generalistische Pflegeausbildung ist im Werra-Meißner-Kreis gut angelaufen

Jacqueline Mumrey und Jeannie Czuraba stehen an einem Bett, in dem Praxisanleiterin Christiane Seebach liegt.
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Lernen in der Praxis: Jacqueline Mumrey (links) und Jeannie Czuraba üben mit Praxisanleiterin Christiane Seebach (Mitte).

Pflegeberufe attraktiver machen und dem Fachkräftemangel entgegenwirken – das ist deklariertes Ziel der neuen, generalistischen Pflegeausbildung. Ein Jahr nach dem Start des ersten Ausbildungsjahrgangs zeigen die Pflegeschulen im Werra-Meißner-Kreis sich überzeugt von der Ausbildung zur Pflegefachkraft.

Rund 100 Auszubildende besuchen aktuell die drei Schulen im Kreis – das Institut für Gesundheit und Krankenpflege am Klinikum Werra-Meißner, die Awo-Altenpflegeschule in Eschwege und die Grone Akademie in Hessisch Lichtenau – und erlernen in drei Ausbildungsjahren die Pflege von Menschen jedes Alters.

Stationen in Langzeitpflege, ambulanter Pflege und Akutpflege in Kliniken

Das ist neu an dem neuen Berufsbild: In den ersten zwei Jahren bekommen alle eine grundständige Ausbildung mit Stationen in der stationären Langzeitpflege, der ambulanten Pflege, der Akutpflege in Kliniken und der Kinderpflege. Im dritten Jahr können sie sich zwischen einem Schwerpunkt in der Alten- oder der Kinderkrankenpflege und dem neuen generalistischen Abschluss Pflegefachkraft entscheiden.

Pflegekräfte sind nun flexibel einsetzbar

„Die Versorgung wird damit über alle Lebensjahre gewährleistet, vom Kleinkind bis zum Greis“, sagt Jutta Schmid, Leiterin der Awo-Altenpflegeschule. Das sei für die Einrichtungen wichtig, weil Pflegekräfte mit der neuen Ausbildung flexibel einsetzbar sein werden. Und auch Auszubildende hätten bessere berufliche Perspektiven. Auch sei die praktische Ausbildung strukturiert: In jeder Einrichtung, in denen die Auszubildenden eine Pflicht-Station absolvieren, muss ein ausgebildeter Praxisanleiter zur Seite stehen.

Johannes Hanke, Schulleiter Grone Akademie

„Mit der Pflicht zu ausgebildeten Praxisanleitern und der Dokumentation der Praxisanleitung sowie dem häufigen Wechsel der Stationen wird gut verhindert, dass Auszubildende als günstige Arbeitskräfte genutzt werden“, sagt Johannes Hanke, Schulleiter am Grone Bildungszentrum. Der Mehraufwand bei der Umstellung habe sich gelohnt: „Ich habe das Gefühl, dass etwas mehr Bewerber kommen“, so Hanke. Die beiden Schulleiter gehen davon aus, dass fast alle ihrer Schüler den generalistischen Abschluss machen werden. (Von Alina Andraczek)

Pflegereform gegen Fachkräftemangel

Das 2017 beschlossene Pflegeberufegesetz hat den Grundstein für eine neue, generalistische Pflegeausbildung gelegt. Darin werden die drei Berufsbilder Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege vereint. Das Gesetz ist zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Es soll die Pflege attraktiver und zukunftsfähiger gestalten. 

Mehr zum Thema in der HNA - Witzenhäuser Allgemeine vom 10.12.2021

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