Freiwillige Feuerwehr Sontra

Gerätewart Heinrich „Henner“ Kohler agiert als Bindeglied der Abteilungen

Der umsichtige Gerätewart der Feuerwehr Sontra: Bei Heinrich „Henner“ Kohler sind die Rettungsfahrzeuge, hier eins mit Wettkampfmedaillen, in guter Obhut. foto: harald triller
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Der umsichtige Gerätewart der Feuerwehr Sontra: Bei Heinrich „Henner“ Kohler sind die Rettungsfahrzeuge, hier eins mit Wettkampfmedaillen, in guter Obhut.

Heinrich Kohler, der allseits Henner genannt wird, hat sich 1970 mit zwölf Jahren der Feuerwehr Sontra angeschlossen und ist der Brandschutzbewegung bis heute treu geblieben.

Sontra - Er ist ein absolut positiv denkender Mensch, der gerne in fröhliche Gesichter schaut und Zank oder Streit als schlechte Berater bezeichnet. Dabei agierte er stets als Bindeglied zwischen den Mitgliedern des Feuerwehrvereins und den Einsatzabteilungen.

„Ja, ich beziehe bei der Pflege der Gemeinschaft neben den Aktiven auch den Nachwuchs und die Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung mit ein. Alles zusammen ist für mich wie meine Familie und darüber hinaus liegt mir das gute Verhältnis mit dem Team vom städtischen Bauhof ebenfalls sehr am Herzen, weil die gegenseitige Unterstützung ausschließlich gutheißende Aspekte bringt“, sagt Henner Kohler. Wichtig sei ihm, dass alle an einem Strang ziehen. Dabei vergisst er auch die benachbarte Polizei sowie die Rettungsdienste ASB und DRK nicht.

Zeltlager

Wie ist er zur Feuerwehr gekommen? „Das ist eine lustige Geschichte. Ich habe am Barbaraplatz mehrere Kinder in blauer Montur gesehen, die sagten, sie seien bei der Feuerwehr, und schwärmten von Zeltlagern und vielen anderen Freizeitvergnügen, die sie regelmäßig unternehmen“, erinnert sich der heute 63-Jährige. Solche Angebote kamen seinerzeit einem Lockruf gleich.

Schon mit 17 wurde er vorzeitig in die Einsatzabteilung integriert, auch, weil er schon mit 16 als damals Jüngster in Sontra den Grundlehrgang absolvierte. „In den fünf Jahren von der Jugendfeuerwehr bis zu den Aktiven wurde mein verstärktes Interesse am Brandschutz schon bemerkt“, erzählt Henner Kohler, dass er bei Ernstfällen, weil er ganz nah an der früheren Wache wohnte, schnell vor Ort war und bereits die Tore öffnete. „So konnten unsere Einsatzkräfte gleich auf die Fahrzeuge springen und zur Brandstelle düsen“, kann der gelernte Heizungsbauer noch immer darüber schmunzeln.

Und er erinnert sich an die Schwierigkeiten der Fahrzeugunterbringung: „Der Fuhrpark mit Tanklöschfahrzeugen wurde größer, wegen der unfallträchtigen B 27 haben wir schon vor vielen Jahren die Rettungsschere bekommen und von Eschwege die Drehleiter übernommen, da fehlte der Platz in der Wache, was das Abstellen an unterschiedlichen Standorten nötig machte“, springt Heinrich Kohler ins Jahr 1982, als die optimal ausgestattete Feuerwache an der Wichmannswiese eingeweiht werden konnte.

Basisarbeit

Henner Kohler erfüllte auch schon in ganz jungen Jahren die Kriterien, die ihn zum Atemschutzgeräteträger machten: „Das war mir sehr wichtig, denn ich wollte immer ein Indianer sein, der an der Basis zum Einsatz kommt. Unter die Häuptlinge wollte ich nie, was sich dann aber im Jahre 2004 doch ein bisschen veränderte, weil ich für zwei Jahre zum Gerätewart gewählt wurde. Im gleichen Jahr habe ich auch den Lkw-Führerschein bestanden und bin bis heute, mit der möglich gewordenen Sondergenehmigung, auch nach dem 60. Lebensjahr noch der Einsatzabeilung angehören zu dürfen, gerne und für viele Aktive der Lieblingsmaschinist, weil ich zügig, immer umsichtig und vor allem sicher die Autos steuere“, erklärt Heinrich Kohler beim WR-Gespräch voller Selbstbewusstsein.

Gerätewart

Und den Posten als Gerätewart füllt er auch aktuell wieder aus. Vor fünf Jahren kehrte er zurück ins Amt und ist mittlerweile für alle Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge der Stadt Sontra zuständig. Er erklärt: „Bei mir laufen alle Daten zusammen. So kann ich die notwendigen Anforderungen, die die Fahrzeuge verlangen, wie TÜV, Werkstattbesuche, Sicherheitsüberprüfungen bei der Dekra oder auch technische Umbauten koordinieren.“

Stadtbrandinspektor André Bernhardt weiß die positiven Eigenschaften seines Gerätewartes zu schätzen: „Wenn es Probleme oder Nachfragen gibt, die unsere Fahrzeuge betreffen, dann sage ich nur, ruf doch den Henner an, der weiß über alles Bescheid.“

Gegenseitige Hilfe

Und falls Reparaturen im Motorbereich anstehen, dann kommt sein guter Draht zum Bauhof zum Tragen: „Dem Team vom Leiter André Jakob gehören auch Autoschlosser an, die schon mal für schnelle Hilfe sorgen“, schwärmt der Gerätewart. „Dafür unterstützen wir als Feuerwehr auch den Bauhof oder die Aktionsgemeinschaft des Sontraer Handels beim Aufstellen des Mai- oder Weihnachtsbaumes auf dem Marktplatz oder beim Anbringen des Winterschmuckes am Rathaus“, nutzt Heinrich Kohler das Forum, um eine Lanze für das Vereinsleben in Sontra zu brechen, das untereinander viel Harmonie erkennen lässt.

Auch wenn sich die Anforderungen für die Feuerwehren verändert haben, früher stand vornehmlich der Brandschutz im Fokus, heute sind es vermehrt technische Hilfeleistungen, Heinrich Kohler würde immer wieder zur Feuerwehr gehen.

Der Vater von vier Kindern wird es bedauern, wenn er sich mit 65 endgültig vom aktiven Dienst verabschieden muss, weil es der Gesetzgeber vorschreibt: „Beim Anschauen der Plakette, die mir für 50 Jahre unermüdliche und ehrenamtliche Einsatzbereitschaft verliehen wurde, werden sicherlich viele Erinnerungen, Momente und Errungenschaften immer wieder in mein Gedächtnis zurückkehren.“

Von Harald Triller

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