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Gericht verurteilte Paar wegen Drogenhandels zu Freiheitsstrafe auf Bewährung

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Von: Stefanie Salzmann

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Marihuana in Form von Blütenständen
Marihuana in Form von Blütenständen: Bei dem Prozess am Dienstag vor dem Amtsgericht Eschwege wurde ein Paar wegen Drogenhandels in nicht geringer Menge verurteilt. © Matthias Balk/dpa

Zu jeweils einem Jahr und drei Monaten Freiheitsstrafe hat das Amtsgericht Eschwege am Dienstag ein Paar aus dem Werra-Meißner-Kreis verurteilt, das angeklagt war, im November 2020 eine größere Menge Marihuana aus dem Ausland nach Deutschland gebracht und zudem mit den Drogen gehandelt zu haben.

Eschwege - Für das zwar geschiedene, aber sich selbst als Paar verstehende Duo wurden die Strafen jeweils zur Bewährung ausgesetzt – unter anderem, weil sowohl die 49-jährige Frau als auch der 48-jährige Mann ein vollständiges Geständnis zumindest der ihnen vorgeworfenen Taten im November 2020 abgelegt hatten.

Zur Motivation ließ die Frau über ihren Anwalt erklären, dass sie seit vielen Jahren unter chronischen Schmerzen leide und ihr der Genuss von Marihuana zumindest Linderung verschafft habe. Die große Menge aus Spanien habe das Paar besorgen wollen, weil es fürchtete, durch den drohenden Lockdown wegen der Coronapandemie nicht mehr an Marihuana heranzukommen.

Auch ihr Mann ließ über seinen Anwalt in seinem Geständnis von chronischen Schmerzen und zudem von Sorgen gegenüber seiner Frau berichten. Von den insgesamt 2,3 Kilo wollte das Paar den größten Teil für den Eigenbedarf, einen kleinen Teil an Freunde verschenken und den Rest verkaufen, räumten sie ein.

Aus Spanien 2,3 Kilo Marihuana nach Deutschland eingeführt

Das Paar war kurz vor dem angekündigten Lockdown nach Spanien gereist, hatte dort 2,3 Kilo Marihuana gekauft und war mit dem Stoff über Frankreich wieder nach Deutschland eingereist. In Wanfried vor der Wohnung des Mannes wurden die beiden gestellt und festgenommen. Im Auto fand die Polizei die Drogen, versteckt im Rücksitz des Wagens, in den eigens Schaumstoffvertiefungen eingeschnitten worden waren. Allerdings hatte die Kripo das Paar bereits seit Frühjahr 2020 auf dem Schirm, wie der leitende Ermittlungsbeamte schilderte. Deshalb wurde eine Observierung veranlasst und unter anderem die Mobiltelefone wurden überwacht.

Polizei observierte Paar schon längere Zeit

Bereits im Mai 2020 hatte die Kripo Hinweise darauf, dass der Mann Marihuana aus Holland bezog, zudem seien immer wieder Fahrzeuge auf seinen Namen angemeldet worden, die allerdings nur in Norddeutschland unterwegs waren. Aus der Auswertung von Telefonaten der beiden Angeklagten und Chatverläufen habe sich zudem ergeben, dass das Paar mit Drogen handelte sowie auch vor November Fahrten ins Ausland getätigt hatte. Beide Angeklagten waren zu dem Zeitpunkt arbeitslos. Die Frau hat sich unterdessen einer stationären Psychotherapie sowie einer Schmerztherapie unterzogen. Der Mann hat inzwischen Arbeit. Das werte die Vorsitzende Richterin neben der Tatsache, dass beide nicht vorbestraft sind, als günstige Sozialprognose; die Taten selbst als minderschwer. Sie folgte beim Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die beiden Pflichtverteidiger hatten jeweils ein Jahr Freiheitsstrafe gefordert.

Neben der Verurteilung muss die Frau 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, der Mann muss 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. (Stefanie Salzmann)

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