Weihnachten im Schuhkarton

Geschenke für arme Kinder packen - mitmachen noch bis 15. November möglich

Sie weiß, was in einen gut gepackten Karton gehört: Stefanie Knapp nimmt die Geschenke für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton entgegen.
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Sie weiß, was in einen gut gepackten Karton gehört: Stefanie Knapp nimmt die Geschenke für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton entgegen.

Ein Kuscheltier, eine Zahnbürste, Malstifte, etwas Süßes und eine warme Mütze. Das ganze noch mit ein paar netten Kleinigkeiten aufgepeppt und fertig ist das perfekte Geschenk für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton.

Unterrieden – In dieser Woche sind die Abgabestellen für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton geöffnet und auch im Werra-Meißner-Kreis können wieder Geschenke für Kinder, die sonst am Weihnachtsabend leer ausgehen würden, abgegeben werden.

Die Kartons werden von der Organisation „Samaritan’s Purse“ eingesammelt und in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Kirchengemeinden verschiedener Konfessionen an bedürftige Kinder verteilt. Unter anderem können die Geschenke bei Stefanie Knapp in Unterrieden abgegeben werden. Sie macht seit 15 Jahren bei der Aktion mit und hat im vergangenen Jahr mehr als 200 Kartons entgegengenommen. Knapp erklärt, was in einem Geschenk-Karton nicht fehlen darf und warum nur neue Sachen eingepackt werden dürfen: „Vor allem Spielzeug ist bei den Kindern gefragt, denn oft haben sie kein eigenes“, sagt sie. Viele der beschenkten Kinder hätten vorher noch nie ein Geschenk bekommen. Darum sei es besonders wichtig, es mit Liebe zu packen, denn das würden die Kinder merken. „Nicht nur das Geschenk selbst, sondern zu wissen, ‘da hat ein fremder Mensch an mich gedacht und den Karton für mich gepackt’, gibt den Kindern so viel.“

Da die meisten Länder strenge Zollvorschriften hätten, sei es wichtig, sich an einige Regeln zu halten. Zum Beispiel dürfe kein Spielzeug eingepackt werden, das Angst auslösen könne, wie Spielzeugpistolen, manche Süßigkeiten sind aufgrund der Einfuhrbestimmungen nicht gestattet, dazu gehört Schokolade mit Nüssen, und auch gebrauchte Gegenstände sind nicht erlaubt.

„Ich werde oft gefragt, warum man keine guten, gebrauchten Sachen einpacken darf“, sagt Stefanie Knapp. Viele hätten dafür kein Verständnis. Doch dafür gibt es einen guten Grund: „Jeder hat eine andere Vorstellung davon, was noch gut ist“, sagt sie. Zu Beginn der Aktion seien auch gebrauchte Sachen erlaubt gewesen, doch die Erfahrung habe gezeigt, dass dadurch sehr viel Müll zusammenkomme: „Wir haben dreckige Schuhe aussortieren müssen, Bürsten mit Haaren drin oder Schlimmeres“, sagt Knapp. „Nichts, was ein Kind zu Weihnachten bekommen sollte.“

Damit jedes Kind auch ein Geschenk bekommt, das gut zu ihm passt, gibt der Päckchenpacker an, ob der Karton an ein Mädchen oder einen Jungen gehen soll. Außerdem stehen drei verschiedene Altersgruppen zur Auswahl. Erfahrungsgemäß werde die Gruppe fünf bis neun Jahre am meisten beschenkt, so Knapp. Darum ruft sie dazu auf, auch an die anderen Kinder zu denken.

Der Verein bittet auch um eine freiwillige Spende in Höhe von zehn Euro pro Karton, um den Transport zu finanzieren.  (hbk)

Abgabe bis 15. November möglich

In Witzenhausen nimmt Stefanie Knapp die Kartons entgegen, Im Kirschgarten 3 in Unterrieden, Tel. 0 55 42/ 50 56 35. Auch die Löwen-Apotheke, Walburger Str. 6, ist Abgabestelle.

Eine weitere Abgabestelle gibt es in Großalmerode, hier beteiligt sich Martha Krauß, Bilsteinstraße 14, an der Aktion. Noch bis Montag, 15. November können Geschenke abgegeben werden. Kartons und Deckel müssen separat in Geschenkpapier eingeschlagen werden. Die Kartons werden nur mit einem Gummiband verschlossen, nicht zugeklebt, denn bevor sie auf die große Reise gehen, müssen ihre Inhalte kontrolliert werden. Neu ist, dass auf der Homepage die-samariter.org sowohl leere Geschenkkartons bestellt werden können, als auch online ein Schuhkarton gepackt werden kann. Außerdem gibt es auf der Internetseite eine Übersicht von erlaubten Geschenken sowie Tipps und eine Größentabelle. (hbk)

Geschenke für Kinder in ärmeren Ländern

Weihnachten im Schuhkarton gibt es seit fast 30 Jahren. Zurück geht die Aktion auf den Geschäftsmann Dave Cooke. Ihn bewegten 1990 die Bilder rumänischer Kinder, die in Waisenhäusern verwahrlosten so sehr, dass er Hilfsgüter und mit Geschenken gefüllte Schuhkartons nach Rumänien brachte. Von da an packten immer mehr Menschen Pakete für Kinder in Not. Im vorigen Jahr wurden 327 544 Kartons in Deutschland gepackt. Die Geschenke bekommen Kinder in Ländern wie Rumänien, Russland oder Afrika. Der Großteil der in Deutschland gepackten Kartons geht nach Osteuropa. (hbk)

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