1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Geschichte der Marktkirche ist auf Touchscreen erlebbar

Erstellt:

Von: Tobias Stück

Kommentare

Haben an der Entwicklung des Touchscreens mitgearbeitet: (von links) Sieglinde Repp-Jost, Lars-Henning Bartels, Dr. Martin Arnold und Dr. Jens Haase vom Arbeitskreis. 
Haben an der Entwicklung des Touchscreens mitgearbeitet: (von links) Sieglinde Repp-Jost, Lars-Henning Bartels ,Dr. Martin Arnold und Dr. Jens Haase vom Arbeitskreis.  © Tobias Stück

15 Kategorien, jeweils mindestens drei Unterseiten. Dazu Dutzende Fotos, Audios und Videos: Der neue digitale Kirchenführer, der in Form eines Touchscreens am Mittwoch in der Marktkirche zur Verfügung stehen wird, komprimiert 500 Jahre Kirchengeschichte in ein paar Gigabyte.

Eschwege – Besucher können jetzt mit ein paar Fingerstreichen tief in die Schätze der Eschweger Marktkirche St Dionys eintauchen. Mit dem multimedialen Infopunkt im Inneren der Marktkirche soll die reichhaltige Geschichte mit dem Gemeindeleben kombiniert werden.

Seit rund einem Jahr hat sich deshalb ein Arbeitskreis regelmäßig getroffen und die Inhalte von Grund auf erarbeitet. „Eine der Herausforderungen war, kurze präzise Texte in einer einfach zu verstehenden Sprache zu erstellen“, sagt Dr. Martin Arnold, ehemaliger Pfarrer in der Marktkirche.

Dabei konnte der Arbeitskreis, bestehend aus Lars-Henning Bartels, Dr. Annika Spilker, Dr. Jens Haase, Jochen Grüning, Sieglinde Repp-Jost, Dr. Martin Arnold und Dr. Karl Kollmann auf die Vorarbeit eines gedruckten Kirchenführers und archäologischer Forschungen zurückgreifen. „Die Marktkirche ist eine wahre Schatzkammer und wir haben versucht, diese Schätze unkompliziert sichtbar zu machen“, sagt Arnold.

Die 15 Kategorien stellen die älteste Eschweger Kirche ausführlich dar. Mehrere Stunden könnte man zubringen, wenn man alle Informationen aufnehmen wollte. Die Besucher können aber mit ihrem Finger selbst entscheiden, worüber sie sich informieren wollen.

„Die Bedienung ist ganz intuitiv“, sagt Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost, die auch zahlreiche Texte eingesprochen hat. Ist es die Fürstengruft, sind es die bei der Renovierung in den 1990er-Jahren ausgegrabenen Schätze, will man mehr über die Architektur wissen, braucht man alle Fakten über die Kirche auf einen Blick oder will man einfach mal lauschen, wie sich ein Konzert in der Kirche anhört?

Für die musikalischen Beiträge wurde ein Konzert im Jahr 2020 aufgenommen, das es auch auf CD gibt und einen guten Eindruck von der Akustik in der Kirche vermittelt. Auch die spektakuläre Orgel aus dem Jahr 1678 mit dem Orgelwerk von 1966 kommt zu Gehör. Über Kopfhörer kann man zuhören, aber auch sein eigenes Mobiltelefon anschließen.

Grafik und Layout dieses interaktiven und digitalen Kirchenführers hat Antje Köhler von Die Visiomaten übernommen. Die Hardware und die Programmierung hat der Museumstechniker Heddier übernommen. Der Museumsverband hat die Verbindungen hergestellt. Die Videoclips mit spektakulären Drohnenfahrten hat das Medienwerk Werra-Meißner produziert. Alles in allem hat das Projekt 12 000 Euro gekostet.

Der Verein für Regionalentwicklung, der Werra-Meißner-Kreis, die Stadt Eschwege, die evangelische Kirche, der Rotary Club Eschwege und die Lions Clubs Eschwege und Eschwege-Werratal sowie einige Einzelspender haben diesen digitalen Kirchenführer finanziert. „Bald wird es ihn auch online geben und eine gedruckte Hochglanzbroschüre für zu Hause kann man kaufen“, berichtet Repp-Jost.

Einweihung: Am Mittwoch, 23. Februar, wird der Touchscreen in einem kleinen Festakt in der Marktkirche vorgestellt. Es gelten die 2G-Regeln und Maskenpflicht.

Auch interessant

Kommentare