Neues Gesetz verunsichert die Kita-Betreiber

Werra-Meißner. Das neue Kinderförderungsgesetz (Kifög) stellt alle 58 Krippen und Kindergärten im Werra-Meißner-Kreis vor große Herausforderungen. Zurzeit arbeiten erst zwei Einrichtungen in Wanfried und Frankershausen nach den neuen Vorgaben, die seit Januar 2014 gelten. Seither wird der Zuschuss des Landes nicht mehr gruppen- sondern kindbezogen gewährt.

Die Übergangsphase dauert noch bis September, doch das Anmeldeverfahren fürs neue Kindergartenjahr läuft bereits. „Die Verunsicherung ist groß“, sagt Ute Simon, Fachberaterin und Fachaufsicht für Kitas im Kreis. „Insbesondere kleine Einrichtungen, von denen es bei uns im Kreis viele gibt, fragen mich, wie viele Kinder sie aufnehmen dürfen.“ Denn mit der kindbezogenen Förderung müssen Kitas darauf achten, dass ihre Gruppen ausgelastet sind. „Das finanzielle Risiko angebotener, aber nicht belegter Plätze bleibt am Träger und an der Gemeinde hängen.“

Vom Kifög profitieren werden große Einrichtungen mit vielen Plätzen für unter Dreijährige (U 3), schwerer wird es für kleine Kitas. Das erwarten Ute Simon und Kreisjugendamtsleiterin Ilona Friedrich. Denn U-3-Kinder sind finanziell attraktiver. Beispiel: Für ein U-3-Kind erhält der Träger bei einer Betreuungszeit bis 35 Stunden eine jährliche Förderung von 3100 Euro, für ein Kind über drei Jahren nur 440 Euro. Da auch der Personalbedarf kindbezogen berechnet wird, sinkt er ebenfalls mit dem dritten Geburtstag eines Kindes. „Viele Erzieherinnen könnten in der Folge nur noch befristete Verträge erhalten, damit die Träger flexibler reagieren können“, befürchtet Friedrich.

Auf der Kippe könnte in Zeiten des Schutzschirms bald auch die Vereinbarung über Qualitätsstandards im Werra-Meißner-Kreis stehen, zu der sich alle Gemeinden und Träger im Kreis verpflichtet haben und die zusätzliche Personalstunden für Leitungs- und Vorbereitungszeiten zusichert.

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