Gläubige trotzen dem Wetter

Gottesdienst im Grünen auf dem Hohen Meißner gestartet

Prädikant Hubert Hering und der Posaunenchor aus Reichensachsen eröffneten am Sonntag die diesjährige Gottesdienst-Serie „Kirche im Grünen“ auf dem Hohen Meißner.
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Prädikant Hubert Hering und der Posaunenchor aus Reichensachsen eröffneten am Sonntag die diesjährige Gottesdienst-Serie „Kirche im Grünen“ auf dem Hohen Meißner.

Am Sonntag starteten die Gottesdienste im Grünen auf dem Hohen Meißner.

Hoher Meißner – Wer auch immer für das Wetter am Wochenende verantwortlich war, am Sonntag hätte es besser nicht sein können, zumindest für die Gottesdienstbesucher zum Saisonauftakt „Kirche im Grünen“ auf dem Hohen Meißner.

An die 60 Gläubige, die sich vom Gewitter am frühen Nachmittag über Hessisch Lichtenau und Großalmerode nicht abschrecken ließen, wurden auf der Waldlichtung unter den Sendetürmen mit strahlendem Sonnenschein belohnt. Prädikant Hubert Hering aus Weißenbach hatte die Ehre, den ersten von insgesamt neun Gottesdiensten, die an den kommenden Sonntagen bis zum 29. August auf dem idyllischen Platz im Wald gegenüber vom Berggasthof gehalten werden, zu gestalten.

Warum Prädikant Hering mitten im Wald voll in seinem Element war, wurde auch denen, die ihn noch nicht kannten, schnell klar, als er von sich erzählte: „Ich arbeite hier oben auf dem Meißner im Jugendwaldheim, begleite Schulkinder in den Wald, informiere sie über die Funktion des Waldes. Kürzlich habe ich mit ihnen Äste von gefällten Borkenkäferholzernten aufgeräumt, um die frei gewordene Fläche für eine Neuanpflanzung im Herbst oder für die Naturverjüngung durch aufgehende Samen zu schaffen. Bei der Arbeit habe ich mir einen Holzsplitter in den Zeigefinger gestoßen, den mir meine Frau am Abend entfernte und ich die Stelle desinfizierte. Und wie ich mir so meine Hand anschaute, dachte ich, was haben diese Hände schon alles gemacht?“ Und prompt fragte er in die Runde: „Was haben Ihre Hände schon so alles im Leben gemacht? Ich betrachte inzwischen alles zwei Mal. Der Wald stirbt – aber nur auf den ersten Blick. Beim genauen Hinsehen ist überall neues Leben auf dem Boden zu entdecken. Dieser gigantische Wille der Natur, sich zu erhalten, ist enorm. Mutter Natur scheint uns zu verzeihen, scheint sich selbst zu regenerieren.“

Zum Ende seiner Predigt, in der er sich am 1. Korinther-Brief orientierte, stellte er fest: „Wir brauchen uns mit unserer Schuld am Klimawandel nicht schämend in ein Loch zu verkriechen. Wir können den Fehler eingestehen und versuchen, ihn zu reparieren. Wir müssen ihn korrigieren, damit das kleine Pflänzchen Leben ganz unten auf dem Boden eine Chance hat, damit wir und unsere Nachkommen eine Chance haben. Schaut auf eure Hände, die haben so viel geschafft und zeugen davon, dass wir Menschen doch vieles vollbringen können.“

Die musikalische Begleitung zum Gesang hatte der Posaunenchor aus Reichensachsen übernommen. (zlr)

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