Rothestein-Eigentümer wirbt für Naturpark-Center und will für Attraktionen sorgen

In der Gondel aufs Schloss

Weitblick: Aus dem Werrabogen bei Kleinvach/Weiden könnte die Seilbahn zum Schloss Rothestein gebaut werden. Archivfoto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Theo Becker hat 1994 das Schloss Rothestein gekauft, um es aus dem Dornröschenschlaf aufzuwecken. Seit 2009 ist es wieder für Feiern und Kulturveranstaltungen geöffnet, es gibt ein Hofcafé. Jetzt wittert Becker die Chance, sein Schloss mit noch mehr Leben zu füllen, wenn nämlich das geplante Info-Zentrum der drei Naturparke „Werraneum“ im Schloss einziehen würde. Damit die Wahl auf den Rothestein fällt, will Becker für Attraktionen sorgen und dafür Geld ausgeben.

Unter den Katakomben des im späten 19. Jahrhundert erbauten neugotischen Schlosses nämlich liegen archäologische Schätze, die Grundmauern einer einstigen Wehrburg, in alten Karten als „Burgstätte auf dem Rothen Stein“ genannt. Sie will Becker freilegen lassen. „Das wäre spannend, nicht nur für archäologisch Interessierte.“

Der Schlossherr will und muss nämlich mehr Menschen zum Rothestein hinaufbringen. Zwar läuft das von der Familie Pelikan betriebene Café gut, doch mit den Pachteinnahmen kommt der Eigentümer nicht weit: „Die Einnahmen durch das Cafe und das Vermieten von Räumen für Feiern und Kulturveranstaltungen reichen gerade, um das Öl für die Heizung zu bezahlen.“ Zudem herrsche ein Investitionsstau in Millionenhöhe. Die Unterhaltung der Gebäude verschlingt viel Geld.

Das Info-Zentrum Werraneum wäre die Attraktion, die Becker für die Vermarktung des Schlosses braucht. Der Unternehmer hofft auf den Zuschlag der Prüfungskommission und schmiedet schon Pläne. Er würde sogar eine Seilbahn aus dem Tal hinauf zum Schloss bauen, denn die von ihm auf eigene Kosten reparierte Piste zum Schloss verträgt nicht mehr Verkehr.

Die Seilbahn aus dem Werrabogen bei Kleinvach zum Schloss wäre die Lösung des Problems und eine Attraktion, die es so nur auf Schloss Waldeck am Edersee gibt. „Damit könnten wir Leute über die Region hinaus anlocken. Und das müssen wir.“

Für Becker ist klar: Das Werraneum wäre im Schloss prima aufgehoben und hätte eine starke Werbewirkung. „Normale Info-Center-Neubauten gibt es doch genug.“ Eines in einem 120 Jahre alten Schloss, mit 1000 Jahre alten Festungsmauern, wäre etwas Außergewöhnliches. Das glaubt auch der Badestädter Bürgermeister Frank Hix. Er spricht sich in einer Stellungnahme an die Prüfer für das Schloss als Werraneum-Standort aus. „Man müsste kein Neues bauen.“ Alternative ist der Standort bei Wahlhausen, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Dort wäre die Verbindung zum Grünen Band hergestellt. Aber: Auch Schloss Rothestein liegt an der Landesgrenze zu Thüringen.

„Das Schloss wäre der beste Standort“, sagt Eigentümer Becker. Man kann seine Überzeugung verstehen. Denn er will nach Jahren des Abwartens sein Schloss zu einem überregionalen Ziel machen – zu einer Attraktion.

Von Thomas Kopietz

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