Grauenvoller Tod für Hunde

Tiere fressen Rattengiftköder an beliebten Gassigehstrecken

Ein Hund liegt unter einer bunten Decke und schläft.
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Ringt seit Tagen mit dem Tod: Mitte voriger Woche hat Schäferhundmischling Carlos nahe dem Grebendorfer Siedlungsweg einen Giftköder gefressen. Ob der Hund überlebt, ist ungewiss.

Seit Tagen ringt der neunjährige Schäferhundmischling Carlos mit dem Tod. Am vorigen Donnerstag hat der Rüde bei einer Gassirunde am Rande von Grebendorf einen Giftköder gefressen.

Grebendorf – Ob Carlos den heutigen Tag noch erlebt, weiß seine Halterin Gabriele Schleicher nicht. Die Grebendorferin erzählt, dass sie wegen des hohen Schnees seit zwei Wochen nur noch eine ganz kleine Runde mit dem Hund geht – zwischen Siedlungsweg, Sandstraße, Spielplatz und dem Hof von Bauer Menthe. Der Hund sei immer angeleint. In dem hohen Schnee ließen sich die Giftköder kaum ausmachen. „Ich gehe davon aus, dass jemand gezielt Rattengiftköder an den viel frequentierten Hundewegen auslegt“, sagt Gabriele Schleicher.

Zustand verschlechterte sich massiv

Nachdem ihr Hund am Freitag begann, sich blutig zu erbrechen, vermutetet sie zunächst, dass der Hund Schnee gefressen habe. Doch innerhalb weniger Stunden habe sich sein Zustand massiv verschlechtert. In der Tierklinik in Kaufungen diagnostizierten die Ärzte Wasser in Herz, Lunge und Bauchraum und konnten den Rattengiftwirkstoff Cumarin nachweisen.

Wurde kein Jahr alt: Hündin Mira starb im Januar an Rattengift.

Vor nur vier Wochen hatte bereits eine andere Hundebesitzerin aus Grebendorf ihre Hündin wegen eines Giftköders verloren. Mitte Januar war Brigitte Bebendorf mit ihren drei Hunden an der Brücke bei Jestädt unterwegs. Die noch nicht mal einjährige Bracke hatte dort ebenfalls, unbemerkt von ihrem Frauchen, einen Rattengiftköder gefressen. Als der Hund innerhalb kürzester Zeit nur noch taumelte, schwere Durchfälle hatte, brachte sie ihn zum Tierarzt.

Keine Rettung möglich

Doch auch fünf Infusionen konnten die junge Hündin nicht retten. „So einen entsetzlichen Todeskampf möchte ich nicht noch mal erleben“, sagt Brigitte Bebenddorf.

„Meine Mira muss so furchtbare Schmerzen gelitten haben, das werde ich nie mehr vergessen können“, sagt sie. Nach zwei Tagen entscheidet sie sich, den Hund von seinen Qualen zu erlösen und lässt ihn einschläfern. „Ich weiß nicht, was ich mache, wenn ich einen erwische“, sagt Brigitte Bebendorf. „Wer so was macht, kann sich gar nicht vorstellen, wie grauenvoll die Tiere sich quälen.“

Nicht zum ersten Mal Giftköder gefunden

Vor zwei Jahren habe es bei Jestädt und Grebendorf schon eine Welle gegeben, wo offenbar militante Hundehasser Rattengiftköder an viel begangenen Hundespazierwegen auslegt hatten. Später wurde dann durch Schilder gewarnt. „Aber auch denen kann man nicht trauen“, sagt Brigitte Bebendorf.

Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill appelliert an betroffene Hundehalter, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. „Es gibt immer wieder Fälle und die Täter sind beinahe nicht zu fassen. Stefanie Salzmann

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