Projektwoche „Hospiz macht Schule“

Leben, Sterben und Abschiednehmen Thema in der Grundschule

Hospiz macht Schule: Die Klassen 3a und 3b der Meinhard-Grundschule in Grebendorf nahmen an der besonderen Projektwoche teil. Hier sind die Kinder bei einem Ausdruckstanz.
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Hospiz macht Schule: Die Klassen 3a und 3b der Meinhard-Grundschule in Grebendorf nahmen an der besonderen Projektwoche teil. Hier sind die Kinder bei einem Ausdruckstanz.

Immer mehr Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis öffnen sich den Lebensfragen rund um das Thema Leben, Sterben und Abschiednehmen. So auch die Meinhard-Schule in Grebendorf.

Grebendorf – Wie können wir mit Veränderungen und Verlusten durch Krankheit, Sterben und Tod umgehen wie Abschied nehmen? Dürfen wir traurig sein, wie können wir trösten und Trost annehmen?

Zum Erarbeiten von Antworten war kürzlich das Projekt „Hospiz macht Schule“ eine Woche in der Meinhard-Grundschule in Grebendorf zu Gast. Ehrenamtliche und hauptamtliche Hospizbegleiterinnen standen den Kindern der Klassen 3a und 3b der Lehrerinnen Katrin Süß-Woop und Uta Liesenfeld zur Seite.

Während der Projektwoche zeigten die Kinder ihre Gefühle, tauschten Gedanken aus und stellten, wie von Teamleiterin Bärbel Meyer berichtet wird, mehrheitlich fest: „Es ist so gut, dass ich weinen darf, wenn ich traurig bin, das hilft so sehr“. Mit jemandem über seine Gefühle und Gedanken sprechen zu können, der einem zuhört, ist den Kindern sehr wichtig.

Mit einem gemeinsamen Gesangsritual, mit Geschichten, Filmen, einem Lastentanz und verschiedenen Methoden hatten die Kinder altersgerechte Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern und sich auszudrücken. Denn die Ideen, Erfahrungen und Erlebnisse der Kinder standen in dieser Projektwoche im Mittelpunkt. Einem Arzt und einem Bestatter wurden dazu interessante Fragen gestellt.

Die Kinder waren dem Bericht zufolge ganz bei der Sache, sehr kreativ und haben zusammengefasst, wie getröstet werden kann: „Sich gegenseitig zuhören, sich Zeit schenken, vielleicht eine Berührung geben oder eine Umarmung, Kuscheln, ein Bild malen, einen Brief schreiben und etwas Persönliches schenken“.

Das Projekt „Hospiz macht Schule“ gibt es seit 2005 bundesweit, im Werra-Meißner-Kreis wird es vom Zusammenschluss ehrenamtlicher und hauptamtlicher Hospizbegleiterinnen aller fünf Hospizdienste im Kreis angeboten.

Kontakt: Koordtinatorin Hospizdienst und Demenzbetreuung Bad SoodenAllendorf, Tel. 0 56 52/30 42, E-Mail: aumbach-hospiz@ web.de (Stefan Forbert)

Lob der Lehrerinnen: Behutsam, unterstützend, einfühlsam und in kindgerechter Sprache

Das sagten die beiden Lehrerinnen der Klassen 3a und 3b, Katrin Süß-Woop und Uta Liesenfeld, nach der Woche: „Das Projekt ,Hospiz macht Schule‘ zeichnet sich durch einen klaren roten Faden aus, der sich von einer detaillierten Planung bis hin zum Abschlussfest zog.“ In Kleingruppen hatten die Drittklässlerinnen die Möglichkeit, eigene Gedanken zu den Themen Werden und Vergehen, Abschied nehmen und Trösten in Worte zu fassen.

Behutsam nahmen sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Schulsozialarbeiterinnen den Fragen der Kinder an und halfen ihnen, kreative Wege zu finden, diese auszudrücken. Einfühlsam und in kindgerechter Sprache begegneten die Erwachsenen den Kindern und begleiteten sie auf dieser Reise.

Täglich fieberten die Kinder den Aktionen entgegen. Begeistert konnten sie singen, Theater spielen, malen, pflanzen und tanzen.

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