Grebendorfs neue Ortvorsteherin will wissen, was die Menschen wollen

Nicole Rathgeber: „Tolle Ideen allein reichen nicht“

Es ist wie im Beruf. Ich bin die Neue. Und die muss sich erst mal beweisen.
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Nicole Rathgeber, die neue Ortsvorsteherin von Grebendorf: Es ist wie im Beruf. Ich bin die Neue. Und die muss sich erst mal beweisen.

Grebendorfs neue Ortsvorsteherin Nicole Rathgeber ist mit 37 nicht nur jung und voller Ideen, sondern weiß, dass sie auch so manche Skepsis ihr gegenüber überwinden muss.

Grebendorf – Über eins macht sich Nicole Rathgeber relativ wenig Illusionen. „Es ist wie im Beruf: Ich bin die Neue und die muss sich erst mal beweisen“, sagt sie. Seit drei Wochen ist die 37-jährige Juristin die neue Ortsvorsteherin von Grebendorf. Über die ÜWG-Liste hat sie knapp den Einzug in die Gemeindevertretung in Meinhard verpasst. Macht nichts – sie habe vor der Kommunalwahl sowieso eher mit dem Ortsbeirat als mit dem Parlament geliebäugelt. „Weil ich ziemlich heimatverbunden bin und tatsächlich eine Menge Leute in Grebendorf kenne“, sagt die gebürtige Wanfriederin, die seit 2016 in Grebendorf lebt.

Hat nichts für Fraktionszwang übrig

Sie und ihr Freund seien seinerzeit in Grebendorf herzlich aufgenommen worden. „Die Leute sind nett hier“. Klar, nach der Wahl schauen einige auch skeptisch auf sie. In die Politik eingestiegen ist sie erst in Grebendorf. „Politisch interessiert war ich immer, aber nicht aktiv.“ Das kam für sie wegen der vielen Ortswechsel durch Studium und Referendariat nicht infrage. „Wenn, dann wollte ich es richtig machen“, sagt sie. Die ÜWG in Meinhard habe gut gepasst, weil sie „mit Fraktionszwang nicht so viel anfangen“ könne. Das Duo aus Christian Menthe, der jetzt ihr Stellvertreter ist, und ihr sei eine gute Mischung: „Er als der alte Hase und ich gelte als die junge Dynamische.“

Bürgersprechstunde für Grebendorfer

Eines der Dinge, die Nicole Rathgeber als Erstes einführen will, ist eine Bürgersprechstunde für die Grebendorfer. Über einen Raum im Rathaus verhandelt sie bereits mit Bürgermeister Gerhold Brill. „Ich will wissen, was sich die Grebendorfer wünschen“, sagt sie. „Denn nur weil ich tolle Ideen habe, heißt das ja noch nicht, dass die auch den Nerv der Menschen treffen.“ Die Leute sollen sie sehen und kennenlernen können.

Eine Facebook-Seite und eine eigene E-Mail-Adresse sollen her, damit die Menschen aus Grebendorf sie erreichen können. „Ich bin keine Rentnerin und stehe deshalb auch nicht 24 Stunden am Tag zur Verfügung“, stellt sie klar. Das soll ihrer Aufgabe aber keinen Abbruch tun. „Ich will meine Freizeit jetzt mit dem verbinden, was mir Spaß macht.“ Aber auch den gesamten Ortsbeirat will sie einbinden und ein paar mehr Sitzungen, „um das Dorfgeschehen aufzugreifen“.

Anger als Treffpunkt

Pläne und Baustellen hat die Juristin, die als Teamleiterin bei der Arbeitsagentur in Kassel für die Berufsberatung von Akademikern zuständig ist, viele für ihr Dorf. Der Anger, der bisher nur Schauplatz des Heimatfestes ist, könnte ein Treffpunkt für alle Generationen im Ort werden, oder die Parksituation an Gruben- und Gartenstraße, wo es kürzlich durch genervte Anwohner schon zu Fällen von Wegelagerei gekommen sein soll. Auch das Loch an der Bergstraße, das ihr gleich am ersten Tag im Amt gemeldet wurde. Von Stefanie Salzmann

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