Werra-Meißner: Greifvögel gegen Mäuse-Invasion

Werra-Meißner. Eine Mäuse-Invasion auf Feldern und Wiesen in der Region bereitet den Landwirten Sorgen.

„Der milde Winter und ein starkes Populationsjahr haben zu einer enormen Vermehrung der Nager geführt“, sagt Franziska Wollandt vom Bauernverband im Werra-Meißner-Kreis.

Auch Giftfallen, die viele Landwirte im Herbst auslegten, konnten die Mäuse-Plage nicht stoppen. Das Gift Zinkphosphid, landläufig Giftlinsen und Giftweizen genannt, darf aber trotz Bedarf nicht weiter ausgebracht werden. „Für den Einsatz gibt es strenge Regeln“, sagt Michael Lenz vom Hessischen Pflanzenschutzdienst. Landwirte brauchen eine Sondererlaubnis vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) - und die ist schwer zu bekommen. Nicht ohne Grund, denn die Substanz wirke auch schädlich auf andere Tiere wie Vögel, Füchse und Hunde.

Aktuell müssen sich die Landwirte also anders behelfen. „Einige haben auf ihren Feldern Sitzstangen für Greifvögel errichtet“, sagt Franziska Wollandt. Das Angebot an Mäusen übersteige allerdings den Hunger von Bussard und Habicht bei Weitem.

Wie groß der Schaden ist, lasse sich aktuell noch nicht sagen. Gewütet haben die Nager nicht flächendeckend, aber Felder mit Raps und Winterweizen seien teilweise stark betroffen. Auf frisch gesähten Mais- und Zuckerrübenfeldern sei die Problematik weniger stark, da durch die Bodenbearbeitung mögliche Mäusenester im Feld zerstört wurden.

Explosionsartig vermehrt haben sich die Nager auch in Thüringen und Niedersachsen. Während in Hessen laut Wollandt der Einsatz von Gift aktuell jedoch untersagt ist, dürfen niedersächsische Bauern mit sogenannten Legeflinten gezielt gegen die Mäuse vorgehen. Dabei wird der Köder direkt in die Mauselöcher gelegt. Diese Methode ist allerdings zeitaufwendig und für viele Landwirte bei starkem Befall kaum praktikabel.

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