Feuerwehrneubau gerät ins Stocken

Gremien wollen Planungen für Schwebdas neues Feuerwehr-Gerätehaus wieder aufrollen

Mario Siegel Wehrführer Schwebda
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Mario Siegel Wehrführer Schwebda

Ein möglicher Baustart für das neue Feuerwehrgerätehaus in Schwebda droht sich durch die neuen Konstellationen und frisch geschaffenen Gremien nach der Kommunalwahl im Meinharder Gemeindeparlament weiter zu verzögern.

Schwebda - Wie sich am Donnerstagabend auf einer kurzfristig angesetzten Sitzung des neu gegründeten Bauauschusses rausstellte, hatte dessen Vorsitzender Helmut Wagner (FDP) versäumt, die zunächst notwendige Änderung des B-Planes für das Ostufer – dort soll das neue Feuerwehrgerätehaus gebaut werden – auf die Tagesordnung zu setzen. Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill hatte die Änderung Mitte Mai dringlich in die Gemeindevertretung eingebracht, die das Vorhaben in den Ausschuss überwiesen hatte.

Darüber hinaus forderte Karl Jeanrond, neu für die SPD im Parlament und stellvertretender Bauausschussvorsitzender, jetzt die Standortfrage erneut zu erörtern und offene Fragen wie Ersatzparkplätze am Ostufer zu klären.

Unterdessen sieht Schwebdas Wehrführer Mario Siegel seiner Truppe immer mehr die Felle wegschwimmen. Schon seit Jahren droht der hessische Prüfdienst mit der Stilllegung des Gerätehauses am Anger, weil es keinerlei modernen Standards entspricht. „Wenn die gesamte Planung jetzt wieder auseinandergerissen wird, wird sich das Projekt endlos in die Länge ziehen“, fürchtet er.

Nach der inzwischen Jahre währenden Arbeit der Feuerwehrkommission hatte Siegel eigentlich darauf gehofft, dass bis zum Sommer dieses Jahres die Finanzierung und der Bauantrag für das neue Gerätehaus fertig sind. „Wenn hier ein Unfall passiert, wird das Gerätehaus stillgelegt“, ist er sicher, denn der Prüfdienst hat das Gebäude schon seit Jahren auf „Rot“ gestellt.

Es fehlt hinten und vorne am Platz

In dem unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Schwebdaer Spritzenhaus gibt es nicht nur im Winter kein warmes Wasser, weil die Leitungen sonst einfrieren – auch an Platz fehlt es hinten und vorn. In der winzigen Halle parkt das Rettungsboot der Wehr, die für den Werratalsee zuständig ist, daneben hängt dicht an dicht die Einsatzkleidung. Teile davon werden im Treppenaufgang zum Obergeschoss aufbewahrt. In der Garage ist nur Platz für ein kleines Fahrzeug. „Einen Antrag auf ein Neun-Tonnen-Allrad-Fahrzeug brauchen wir gar nicht zu stellen, weil wir dafür eine Unterkunft nachweisen müssen“, sagt der Wehrführer. Auch die Mitglieder- und Nachwuchsgewinnung leide unter den Verhältnissen, so habe die Jugendwehr nicht mal die Möglichkeit, ihre Kleidung im Gerätehaus unterzubringen. „Wir haben als Feuerwehr immer mehr Aufgaben und dann so ein Schmuckkästchen hier.“

Gemeinde will Ausgan g der Klage gegen Zuwendungsbescheid abwarten

Neben der Standortfrage wartet die Gemeinde nun auch auf den Ausgang des Verwaltungsverfahrens um die Finanzierung. Die Kommune hatte im vorigen Jahr gegen den Zuwendungsbescheid des Landes geklagt. Das hatte von den 1,3 Millionen Euro, die das Büro Luther für den Bau kalkuliert hatte, nur 645 000 Euro als förderfähig anerkannt und der Gemeinde deshalb eine Zuwendung von 260 000 Euro bewilligt, was 40 Prozent entspricht. Mit einer Entscheidung rechnet die Gemeinde im Sommer diesen Jahres. (Stefanie Salzmann)

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