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Grippe erreicht Kreis früh: Lage im Klinikum Werra-Meißner ist sehr angespannt

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Von: Julia Stüber

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Im Caldener Impfzentrum gibt es noch einige Termine zu vergeben.
Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, sich zwischen Oktober und Mitte Dezember impfen zu lassen. (Symbolbild) © Martin Schutt/zb/dpa

Von hohen Ausfällen durch Infekte und belasteten Intensivstationen berichtet Dr. Peter Schott. Auch die Grippe-Welle erreiche den Kreis in diesem Jahr früh. Bisher wurden 19 Fälle gemeldet.

Werra-Meißner – Die Grippe hat auch den Werra-Meißner-Kreis fest im Griff. In diesem Jahr hat die Influenza-Welle den Landkreis sehr früh erreicht, berichtet Dr. Peter Schott, ärztlicher Direktor sowie Chefarzt Kardiologie und internistische Intensivmedizin am Klinikum Werra-Meißner.

Die Hausarztpraxen sind mit Patienten stark gefüllt, die unter Erkältungskrankheiten leiden. „Üblicherweise häufen sich die Erkrankungsfälle erst spät nach dem Jahreswechsel. Über die Ursachen kann man nur spekulieren.“

Bislang 19 Fälle gemeldet

Im Werra-Meißner-Kreis gab es im Jahr 2022 bislang 19 Fälle von Grippe. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden null, in 2020 80 Fälle gemeldet. 2019 waren es 38 Grippeinfektionen, wie der Landkreis mitteilt.

Wer an Influenza erkrankt, hat meist mit allgemeinen Krankheitsbeschwerden zu kämpfen – Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Halsschmerzen können unter anderem dazu gehören. „Bei der Influenzainfektion kann es jedoch auch zu sehr gravierenden Lungenentzündungen mit ungünstigem Verlauf kommen“, erklärt Dr. Peter Schott.

Dr. Peter Schott Ärztlicher Direktor
Dr. Peter Schott, Ärztlicher Direktor © Florian Künemund /nh

Auch die Lage im Klinikum Werra-Meißner sei aktuell sehr angespannt. So gebe es hohe Ausfälle durch Infekte unter allen Mitarbeitern – insbesondere bei Pflegekräften und Ärzteschaft. „Zudem sind die Intensivstationen aktuell mit einer hohen Anzahl an Patienten belastet. Darunter finden sich auch zwei schwere Fälle von Lungenentzündungen, die durch das Influenza-Virus verursacht wurden“, so Schott weiter.

Inzwischen ist die Intensivstation nur noch mit einem Patienten belegt. Im Normalstationsbereich würden sich ebenfalls ein paar Fälle mit positivem Nachweis des Influenzavirus finden.

Impfkampagne lief im November an

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Risikogruppen. Dazu zählen Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und chronisch Kranke. Empfohlen wird sie auch Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, medizinischem und pflegerischem Personal.

Im Klinikum habe man bereits im November mit einer Impfkampagne für die Mitarbeiter begonnen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, sich zwischen Oktober und Mitte Dezember impfen zu lassen. Wird dies versäumt, könne die Impfung aber auch durchaus noch nachgeholt werden.

Von Julia Stüber

Hohe Zahl akuter Atemwegserkrankungen

Die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen – unter anderem Influenza – liegen in Deutschland über dem Niveau der Vorjahre zum Höhepunkt schwerer Grippewellen. Das teilt die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI mit. Im ambulanten Bereich sei die Zahl der Arztbesuche wegen akuten Atemwegserkrankungen hoch – die Zahl liege aktuell etwa im Bereich der Spitzenwerte schwerer Grippewellen.

(juh)

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