Vor der Wahl

Herleshausen im Südringgau profitiert von zentraler Lage

Ehemals lag Herleshausen an der innerdeutschen Grenze. Inzwischen erinnert das Schilderhäuschen mit seiner Schranke an diese Zeit. Es steht vor der Gemeindeverwaltung.
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Ehemals lag Herleshausen an der innerdeutschen Grenze. Inzwischen erinnert das Schilderhäuschen mit seiner Schranke an diese Zeit. Es steht vor der Gemeindeverwaltung.

Vor der Kommunalwahl am 14. März porträtieren wir alle elf Kommunen unseres Verbreitungsgebiets und den Werra-Meißner-Kreis. Heute: die Gemeinde Herleshausen.

Seit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2016 gab es in der Gemeinde Herleshausen vor allem eine große Veränderung: Die betraf den Stuhl im Büro des Gemeindeoberhauptes im Rathaus. Bei der Bürgermeisterwahl 2018 konnte sich Herausforderer Lars Böckmann gegen den bis dahin amtierenden parteilosen und von der SPD unterstützten Burkhard Scheld durchsetzen. 59,2 Prozent der Wähler votierten für den von CDU- und WSRG-Fraktion unterstützten Böckmann, Scheld kam auf 40,8 Prozent.

Haushalt

War im Bericht unserer Zeitung vor der Kommunalwahl 2016 noch die Rede von Schutzschirm, massiven Einbrüchen bei den Gewerbesteuereinnahmen und regelmäßigen Steuererhöhungen, hat sich im Haushalt der Gemeinde inzwischen einiges geändert.

Im vergangenen Jahr wurde die Gemeinde schließlich aus dem Sparprogramm des Schutzschirms entlassen und in der Sitzung im Februar waren die Gemeindevertreter voll des Lobes für ihren Rathauschef. So sehen sie die Finanzen dank des Geschicks von Bürgermeister Böckmann auf einem guten Weg.

Versorgung

Gleich zwei Erfolge konnte die Gemeinde Herleshausen in Sachen ärztlicher Grundversorgung feiern. Zum einen bekundete im vergangenen Jahr eine Medizinerin im Rathaus ihr Interesse, im Ortsteil Altefeld eine Hausarztpraxis zu eröffnen.

Zum anderen konnte sich Herleshausen über den Erhalt der rollenden Hausarztpraxis für weitere drei Jahre freuen. In den vergangenen Jahren kämpften die Herleshäuser Bürger und Verantwortlichen zusammen mit der Stadt Sontra und den Gemeinden Weißenborn, Cornberg und Nentershausen um die Finanzierung und die Laufzeitverlängerung der mobilen Arztpraxis.

Infrastruktur

Punkten kann die Gemeinde Herleshausen mit ihrer zentralen Lage. Denn durch die Autobahn 4 ist sowohl Richtung Westen (Bad Hersfeld) als auch Osten (Eisenach) eine gute Verkehrsanbindung gegeben. Wenn in den kommenden Jahren dann noch der Bau der Autobahn 44 beendet wird und der Anschluss an die A4 besteht, wird auch Kassel schnell erreichbar sein.

Leben in der Gemeinde Herleshausen und Arbeiten in einer der angrenzenden größeren Städte ist kein Problem und wird noch leichter.

Tourismus

In der Gemarkung der Gemeinde liegt mit Gut Hohenhaus ein überregional bekanntes Hotel, dessen Sterneküche auch die Großstädter lockt. Zudem bieten Wald und Feld Erholung: etwa auf dem Werra-Burgen-Steig und den Premiumwanderwegen – egal ob zu Fuß, auf dem Fahrrad oder hoch zu Ross. Auch der Golfplatz bei Willershausen lockt Sportfans mit seiner 9-Loch-Anlage.

Viel zu bieten haben auch die Ortsteile. Sei es mit den Schlössern, wie in Wommen, Nesselröden, Willershausen und Herleshausen. Auch Altefeld ist ein Magnet mit seinem Gestüt und den dort stattfindenden Bundesschauen und Reitpferdechampionaten des Zuchtverbandes für deutsche Pferde.

Das sind die Positionen der Spitzenkandidaten

Annette Wetterau

Annette Wetterau (66), CDU

Positiv sieht Anette Wetterau, dass mit Beginn des Kindergartenanbaus ebenso wie mit der Vermarktung des Baugebietes Familien eingeladen wurden, ihren Lebensmittelpunkt in Herleshausen zu gründen. Nicht zu vergessen sei auch die Ansiedlung von Gewerbe sowie eine Infrastruktur. „Oberstes Ziel ist, eine gute Balance zwischen Mitmenschen, Wirtschaft und Natur zu finden.“ Nun stünde der Ausbau des Radwegenetzes an. Aber auch barrierefreie Bushaltestellen und die Unterstützung bei der Gewerbeansiedlung auf den bereits vermarkteten Flächen werden zukünftig wichtig, so die Spitzenkandidatin. mai

Helmut Wetterau

Helmut Wetterau (69), SPD

„An erster Stelle steht weiter, die Eigenständigkeit von Herleshausen zu erhalten“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Helmut Wetterau. Die Konsequenz wäre sonst, dass die Gemeinde in eine größere Kommune eingemeindet würde, statt selbst zu entscheiden. „Außerdem wollen wir die interkommunale Zusammenarbeit weiter vorantreiben. Dadurch erhoffen wir uns, dass Gewerbe und Ärzte durch das Land besser gefördert werden.“ Auch den seit 2013 begonnen Schuldenabbau will die SPD fortführen. „Wichtig ist uns zudem die Erhaltung des Hallenbads, der Sportstätten und der Gemeinschaftshäuser.“ jes

Manfred Kraus 

Manfred Kraus (65), WSRG

„Nicht nur die finanzielle Situation der Gemeinde hat sich gut entwickelt, auch die Vermarktung der Gewerbegebiete bringt uns voran“, sagt WSRG-Spitzenkandidat Manfred Kraus. Dies zeige sich auch daran, dass der Anbau des Kindergartens nötig gewesen sei. Nun werde wichtig, sich erneut um die Teilnahme am Dorfentwicklungsprogramm zu bemühen. Außerdem stehe der Umweltschutz und der Lückenschluss im Radwegenetz auf der Agenda. Was bei der WSRG aktuell gut gelinge und wichtig sei, um in der Zukunft weiterhin agieren zu können, ist der Generationenwechsel, so Kraus. mai

(Hanna Maiterth)

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