Per Skype halten sie Kontakt zu den Kindern

Anna und Adolf Hildebrandt feiern Eiserne Hochzeit

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Seit 65 Jahren verheiratet: Anna und Adolf Hildebrandt traten am 29. März 1952 vor den Traualtar (Bild oben), heute feiern sie Eiserne Hochzeit. 1 Repro, 1

Großalmerode. Seit 65 Jahren verheiratet, mit Laptop, Skype und Wii bestens vertraut: Wir haben Anna und Adolf Hildebrandt aus Großalmerode vor ihrer Eisernen Hochzeit besucht.

Bei schönem Wetter genießen Anna und Adolf Hildebrandt aus Großalmerode vom Wohnzimmerfenster aus oder dem Balkon ihres Hauses am Schwarzenberg den Blick über die Stadt bis zum Hohen Meißner. Diese Aussicht ist ihnen vor allem an ihrem heutigen Hochzeitstag zu gönnen, an dem die beiden nach 65 Ehejahren Eiserne Hochzeit feiern.

Die große Feier findet erst später statt, denn von ihren sechs Kindern ist nur eins am Ort geblieben, die anderen wohnen über ganz Deutschland verteilt. „Da ist es unter der Woche berufsbedingt für alle nicht einfach, eben mal nach Großalmerode zu kommen“, zeigen die beiden Senioren Verständnis dafür, dass der eigene Nachwuchs mit 24 Enkeln und 28 Urenkeln heute nicht zur Gratulationsrunde antritt.

Ohnehin haben die beiden Senioren - sie ist 90 und er 86 Jahre alt - eine für ihr Alter nicht ganz alltägliche Möglichkeit gefunden, den Kontakt zu ihren weit entfernt wohnenden Kindern zu pflegen: sie skypen. „Da können wir uns über den Computer unterhalten und dabei auf dem Monitor auch noch sehen“, ist die 90-Jährige begeistert von der Technik, die sie seit Jahren nutzt. So fährt sie alle 14 Tage ihren Laptop hoch und startet das Programm „Skype“, um das Neueste rund um ihre Familie zu erfahren. „Manchmal dauert es schon zwei Stunden, bis alles besprochen ist“, gesteht die Seniorin: „Vor allem, wenn sich auch die Nichte aus Amerika zuschaltet und meine Enkelin als Dolmetscherin einspringen muss.“

Um geistig fit zu bleiben, spielen die beiden Jubilare gern an ihrem Wohnzimmertisch Monopoly, Karten oder es wird gewürfelt. Und schaut sich Ehemann Adolf mal ein Fußballspiel auf dem Fernseher an, greift sie gern zum Computer und wird mit der „Wii“ aktiv - also mit 90 noch voll im Trend der Zeit.

Kennengelernt haben sich Anna und Adolf Hildebrandt 1948 auf der Kirmes in Niederkaufungen. Die damals 22-jährige Anna wohnte bei ihren Eltern in Helsa, er in Großalmerode. Mit dem Fahrrad war er zur Kirmes gefahren. „Nimmst du mich mit nach Hause?“, bat Anna ihn, nachdem ihre ältere Schwester die beiden bekannt gemacht hatte. Der 18-jährige Adolf willigte ein und als er sie auf halbem Wege in Helsa absetzte, lud er sie für den nächsten Tag gleich wieder zur Kirmes nach Niederkaufungen ein. Tags drauf wurde fleißig miteinander getanzt, die beiden hatten sich ineinander verliebt. Gut drei Jahre vergingen, bis sie Pfarrer Siegfried Lundbeck am 29. März 1952 in der Großalmeröder Stadtkirche traute. Im Dezember 1953 kam das erste von sechs Kindern zur Welt. Die beengten Verhältnisse im Wohnhaus von Adolfs Eltern entspannten sich mit dem Bau des eigenen Hauses am Schwarzenberg, das 1972 bezogen wurde.

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