Balken an Großalmeröder Museum überprüft

Mit vereinten Kräften: Mischa Marbach und Arthur Schmidt von der Firma Marbach und Co. GmbH in Großalmerode hebeln die Verbohlung vor den alten Holzbalken aus. Foto:  Skupio

Großalmerode. Sachverständiger hat das Glas- und Keramikmuseum unter die Lupe genommen.

Neunmal setzt Tischler Arthur Schmidt den Bohrer an der Fassade des Glas- und Keramikmuseums in Großalmerode an. Dann sind die Holznägel, welche die Verbohlung - eine circa sechs Zentimeter dicke Holzplatte - mit dem alten Balken dahinter verbindet, durchbohrt. Bei der Abnahme der Verbohlung ist Vorsicht geboten, denn das Holz steht durch senkrecht aufliegende Balken unter Spannung. Nach gut 20 Minuten hat Schmidt mithilfe seines Chefs Mischa Marbach die Verbohlung herunterbekommen.

Nun beginnt die Arbeit des Experten, der am Mittwoch aus Braunschweig angereist war, um den Zustand des alten Fachwerkhauses zu bewerten, bei dem im Sommer einige Gefache heruntergefallen waren. Boris-Axel Blenn ist Diplom-Bauingenieur und Sachverständiger für Holzschutz und wurde von der Stadt Großalmerode mit der Schadensaufnahme am Glas- und Keramikmuseum beauftragt, in dessen Räumen nach einem Starkregen auch etwas Wasser stand. „Etwas Feuchtigkeit dringt bei Fachwerk jedoch immer ein“, erklärt Blenn. Der Experte leuchtet mit einer Taschenlampe den alten Balken ab, kann an dieser Stelle aber keinen Pilzbefall des Balkens ausmachen. Die Eiche sei gut in Schuss.

„Auf einem alten Foto, das vor der Sanierung gemacht wurde, war dort Weißfäule zu sehen“, erklärt Daniel Nieswandt von der Stadt Großalmerode. Da nur ein Schadens- und kein Maßnahmenplan von damals vorhanden sei, wisse man nicht, ob und inwieweit alle schadhaften Stellen ausgebessert worden seien. Über die Gefache, die 1997 im Zuge der Sanierung als schadhaft festgestellt wurden, gebe es keinerlei Aufzeichnungen.

Blenn überprüft daher mehrere Stellen am Haus - darunter die kaputten Fenstervorsprünge an der Fassade und den Keller. Dafür muss nicht immer die Verbohlung entfernt werden, an einigen Stellen reicht der Einsatz eines langen feinen Bohrers. Anhand Aussehen und Geruch der Späne erkennt Blenn, ob das Holz faul ist oder nicht.

Die Ergebnisse der Schadensaufnahme werden laut Hauptamtsleiter Günter Raabe nun vom Experten ausgewertet. „Wenn uns die Auswertung vorliegt, können wir über den Winter die Vorplanung für eine mögliche Sanierung im Frühjahr machen.“ (gsk)

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