Haus steht seit 2004 leer

„Berliner Straße 17“ in Großalmerode wird dem Erdboden gleich gemacht

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Noch ist er leer: Am Mittwoch haben Polier Michael Kern (links) von der Firma Schnittger und Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel fürs HNA-Foto den ersten Müll in den zweiten Container geworfen.

Großalmerode. Der Zeitplan ist eng getaktet: Bereits Ende Oktober soll das Haus „Berliner Straße 17" in Großalmerode Geschichte sein. 

Am 1. November wird der wenige hundert Meter dahinter liegende Kindergarten „Rote Schule" zur Sanierung eingerüstet. Die breiten Baufahrzeuge sollen über die Fläche fahren, auf dem das Gebäude momentan noch steht. 

Seit Mitte Oktober ist das Baunataler Unternehmen Schnittger mit dem Ausräumen des 1870 erbauten Fachwerkhauses beschäftigt. Seit 2004 stand das Haus leer und wurde schnell Ziel ungebetener Gäste. Entsprechend chaotisch sieht es in dem gut 13 Meter hohen Haus aus: Während die Räume im Erdgeschoss bereits leergeräumt sind, türmt sich in vielen Zimmern in den oberen Etagen noch der Müll - sogar Dachboden und Keller sind von alten Lampen, Büchern, Glasscherben, Zigarettenkippen und von vielem mehr bedeckt. Bereits der zweite Container steht auf dem Hof, aus den Fenstern werfen die Arbeiter Müll hinein.

In jeder Wand klafft ein dickes Loch. „Das müssen wir überall machen, um zu wissen, was an Bauschutt auf uns zukommt“, erklärt Polier Michael Kern. Vor drei Jahren wurde das Eigentum aufgegeben. Gegen eine kleine vierstellige Ablösesumme an die Bank wurde die Stadt vor einem Jahr neuer Eigentümer. Nach dem Abriss soll der Platz ebenerdig gemacht werden - wahrscheinlich mit Schotter - damit die Baufahrzeuge die Kita gut erreichen können.

Während der Sanierung wird die Stadtverwaltung die spätere Gestaltung des Platzes ausarbeiten. „Ich denke da eher an etwas Grün und eine Bank als an Parkplätze“, sagt Bürgermeister Andreas Nickel. Doch letztendlich würden das die Stadtverordneten entscheiden. Wichtiger sei jedoch, dass man die gefährliche Straßenführung behebe. Denn derzeit ist die Straße zu eng für den Begegnungsverkehr: „Wenn einer rausfahren will, kann keiner rein - und das bei einer Bundesstraße!“ Aufgrund des schlechten Sichtdreiecks seien Spiegel angebracht und die Gehwege seien viel zu schmal - erst recht für Mütter mit Kinderwagen.

Außerdem hätten die Nachbarn an einem Teil der Fläche Interesse, um die Zufahrt zu optimieren. „Wenn wir für die Häuser in der Innenstadt den Bestand verbessern können, dann machen wir das immer gern“, sagt Nickel, der froh über jedes Stück ist, das die Stadt nicht erhalten muss.

Ein Jahr sollen die Arbeiten an der Roten Schule dauern. Zunächst wird das Gebäude eingerüstet, um das Obergeschoss zu sanieren. Anschließend wird der Anbau für zwei Krippengruppen à zwölf Kinder in Angriff genommen. Zuletzt wird der Flachbau abgerissen.

Derzeit können nur wenige Kinder unter drei Jahren in altersgemischten Gruppen untergebracht werden, da die Voraussetzungen für eine reine Krippengruppe derzeit nicht erfüllt werden.

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