Mittlere Aussichtsebene was 20 Jahre lang gesperrt und ist jetzt wieder begehbar

Bilsteinturm in Großalmerode nach Renovierung wieder betretbar

125 Jahre Rund-um-Blick: Thomas Waibel (von links) , Günter Groß und Gerhard Koch am noch eingerüsteten Bilsteinturm. Fotos: Demmer

Grossalmerode. Am Samstag wird der Bilsteinturm nach der Renovierung wiedereröffnet - inklusive der mittleren Aussichtsebene, die 20 Jahre gesperrt war.

Eigentlich ist der Bilsteinturm ja die 17. Kommune des Kreises, sagt Günter Groß, Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit beim Forstamt Hessisch Lichtenau, und schmunzelt. Im Niemandsland zwischen den Gemarkungen Großalmerode und Witzenhausen gelegen, steht das Gemäuer seit 125 Jahren und bietet von seinen Aussichtsplattformen aus einen Rundum-Blick - bei schönem Wetter bis in den Harz. Der Blick war den Besuchern zwei Monate lang verwehrt, der Turm wurde saniert. Am Samstag, 1. Oktober, wird er mit einem großen Fest wiedereröffnet.

Auf die Gäste wartet dann ein besonderer Moment - rund 20 Jahre lang, so Groß, sei es wegen des „desolaten Zustands“ nicht möglich gewesen, die mittlere Plattform des Turms zu betreten. Das ist nun Geschichte. Ab Samstag ist der Blick wieder von zwei Ebenen möglich. 

Wieder offen: Das zugemauerte Verlies wurde freigelegt.

Neue Einblicke in den Turm gibt es auch im Erdgeschoss. Im Zuge der Arbeiten wurde der Zugang zum Verlies geöffnet, der bisher zugemauert war. Im Inneren sieht man zum einen das Fundament der Wendeltreppe, die den Turm hochführt. Zum anderen ist der Säulenbasalt zu erkennen, aus dem der Turmsockel gebaut wurde. Eine Besonderheit, wie Architekt Gerhard Koch berichtet. Üblich sei Sandstein als Material gewesen. Ein Gitter soll künftig Unbefugte am Betreten des Verlieses hindern.

Gut 25 Arbeiter waren in den vergangenen Wochen mit der Renovierung beschäftigt. Auch in der obersten Etage, rund um die Metall-Laterne, die in den 1960er-Jahren aufgebracht wurde. Hier waren das Dach durch die Witterung beschädigt und an der Brüstung der Putz abgebröckelt. Diese wurde ersetzt. Das Dach erhielt eine Haube aus Stahl. Um den Vorgaben des Landesamts für Denkmalschutz gerecht zu werden, bekam das Metall den historischen, maigrünen Anstrich. Für besseren Tritt wurden die Ebenen mit rutschfester Farbe versehen. Im Fundament, das teilweise große Risse hatte, wurden Hohlräume mittels Schläuchen mit Mörtel verfüllt und der Putz erneuert.

Eine niedrige sechsstellige Summe hat Hessen-Forst in die Sanierung investiert. Im Zuge der Bauarbeiten erhielt die Bilstein-Gaststätte unter anderem eine neue Küche und für diesen Raum ein neues Dach. Außerdem werden bis zum Fest rund um den Turm die Sitzgruppen erneuert. Auch eine Infotafel über den Turm, gestiftet von der Firma Bloß, wird noch aufgestellt.

Besonders das Wetter machte den Arbeitern zu schaffen, berichtet Thomas Waibel vom Architekturbüro Gerhard Koch. Mal Hitze, aber auch ein Tag, an dem es graupelte, erschwerten die Arbeiten. Hinzu kam: Auf dem Bilstein gibt es weder Strom noch fließend Wasser.

Und die größte Herausforderung für den Architekten? „Nicht den ganzen Tag wegen der Aussicht hier oben bleiben wollen“, erklärt Gerhard Koch und lacht. Die soll übrigens künftig durch einen Schnitt der Baumkronen noch besser werden. 

Informationen über das Fest-Programm lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA am 28. September.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.