Blick über den Tellerrand

Um Ernährung geht es bei der Witzenhäuser Ferien-Kinder-Uni

Überlegen, wie viel Wasser bei der Herstellung von Lebensmitteln verbraucht wird: (von links) Jan, Samuel, Sara und Marlena, die bei der Ferien-Kinder-Uni der Forschungswerkstatt teilnehmen. FOTO: MICHAEL CASPAR
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Überlegen, wie viel Wasser bei der Herstellung von Lebensmitteln verbraucht wird: (von links) Jan, Samuel, Sara und Marlena, die bei der Ferien-Kinder-Uni der Forschungswerkstatt teilnehmen.

Bei der Kinder-Ferien-Uni in Witzenhausen dreht sich alles um Ernährung.

Witzenhausen – Einen Blick über den Rand des eigenen Tellers wagt ein Dutzend Acht- bis Zwölfjähriger bei der Forschungswerkstatt Ernährung der Witzenhäuser Ferien-Kinder-Uni. Unter Leitung der Agraringenieurin und Heilpraktikerin Ines Fehrmann versuchen sie herauszufinden, wo die Pflanzen auf ihrem Teller herkommen.

„Die Kokosnuss wächst in den Tropen“, hat Sophia (11) aus Unterrieden gelernt. Im Tropengewächshaus der Universität, auf deren Gelände der Kurs stattfindet, sah sie das erste Mal eine echte Kokospalme. „Bananen kommen aus Mittelamerika“, weiß Merle (11). Fasziniert ist sie von den schönen Blättern der Bananenstauden. Aus deren Fasern lassen sich Stoffe weben, hat ihr Leiterin Fehrmann gezeigt. Kakao wird auf Plantagen in Westafrika angebaut, erfuhr Jakob (11) aus Wanfried. Einen Kakao-Baum hat er vor seinem Gewächshaus-Besuch noch nicht gesehen.

Schiffe, Flugzeuge und Lkw transportieren die Kokosnüsse, Bananen und den Kakao in den Werra-Meißner-Kreis, stellten die Kinder fest. Beim Transport wird Kraftstoff verbraucht und CO2 freigesetzt. Das Gas reichert sich in der Lufthülle der Erde, der Atmosphäre, an und hält Wärmestrahlung der Sonne zurück. „Dadurch steigen die Temperaturen an“, erklärt Daniel (11) aus Ermschwerd.

„Wer etwas gegen den Klimawandel tun möchte, isst Obst und Gemüse aus der Region“, sagt Leiterin Fehrmann. Geschmack an heimischen Stachelbeeren hat Daniel gefunden. „Die Früchte sind schön groß und schmecken, wenn sie reif sind, süß“, erklärt er. Der Junge hat beschlossen, künftig die fünf Kilometer zu seiner neuen Schule in Witzenhausen mit dem Fahrrad zu fahren.

Eine andere Frucht aus der Region ist die Johannisbeere. Leiterin Fehrmann zeigt sie den Kindern im Lehrgarten neben dem Gewächshaus. „Den Saft der Beere haben wir mit Zucker aufgekocht“, berichtet Malil. Er hat die Mischung so lange gerührt, bis sie klebrig wurde. Dann füllte er die Masse in Formen und steckte je einen Zahnstocher hinein. Fertig war der Lolli.

Die Gruppe hat sich auch mit den Wassermengen beschäftigt, die bei der Herstellung von Lebensmitteln verbraucht werden. In einem Hamburger stecken zum Beispiel 2453 Liter Wasser. Auf dem Kompostplatz fanden die Kinder dann die nötigen Dinge, um sich in einem alten Supermarkt-Pappkarton ihren eigenen Mini-Garten anzulegen.

„Die Grundschüler sind froh, mal wieder in kleineren und größeren Gruppen zusammen zu sein“, beobachtet die Leiterin. Gleichzeitig seien die Kinder zurückhaltender als vor der Pandemie. Sie wollten nichts falsch machen. Wegen Corona findet die Ferien-Uni in zwei Durchgängen statt. So bleiben die Gruppen klein.

Kofinanziert wird das Angebot des Tropengewächshauses vom Göttinger Verein Bildung trifft Entwicklung, dem Bildungszentrum WeltGarten und dem Bündnis für Familie der Stadt Witzenhausen. (zmc)

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