Extreme Wetterbedingungen erschweren Arbeiten

Böen bremsen Windräderbau am Park Hausfirste II im Kaufunger Wald

Mit bloßem Auge ist der Mannskorb am Kran kaum zu erkennen. Die Monteure sind gerade in dem Windradturm im Windpark Hausfirste II verschwunden.
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Mit bloßem Auge ist der Mannskorb am Kran kaum zu erkennen. Die Monteure sind gerade in dem Windradturm im Windpark Hausfirste II verschwunden.

Als winzige Pünktchen erkennt man sie, die Monteure, die aus einem Mannskorb am Kranseil plötzlich am oberen Ende des Windradturms verschwinden. In 160 Metern Höhe bereiten sie alles dafür vor, dass gleich der rund 80 Tonnen schwere Stator auf die sogenannte Windrichtungsnachführung gesetzt werden kann. Zusammen mit dem Rotor bildet der Stator später den Ringgenerator.

Kreis Kassel – Sitzt das schwere Bauteil an Ort und stelle, befestigen die Monteure es mit Bolzen. „Allerdings muss dafür der Wind mitspielen“, sagt Michael Mahr, der als externer Baubetreuer vom Boden aus einen Blick auf den Baufortschritt hat. Bei Böen, die mit mehr als sieben Stundenkilometern wehen, wird es zu gefährlich, die Bauteile in die Luft zu hieven. Genau das ist in den vergangenen Monaten zum Problem geworden.

Eigentlich wollte die Firma Entega den Bau des Windparks Hausfirste II bis Ende 2021 abgeschlossen haben: Fünf Windenergieanlagen sollten dann ihren Dienst tun können. Doch besagter Wind hat immer wieder für Unterbrechungen gesorgt, sagt Mahr. „Aber wegen des Windes sind wir ja auch hier.“ Auch der harte Winter mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, Bodenfrost und Schnee ließen die Arbeiten immer wieder zum Erliegen kommen.

Zuletzt konnte es jedoch weitergehen mit dem Aufbau des Windparks im Kaufunger Wald: Eine der fünf Anlagen ist in Betrieb, zwei sollen bald laufen. Die Anlage, die gerade in luftiger Höhe zusammengesetzt wird, soll laut Baubetreuer Mahr in den kommenden Tagen fertiggestellt werden. „Und dann ziehen wir mit allem Sack und Pack weiter und bauen die letzte Anlage auf.“

Die Bauteile sind schon vor Ort. Bevor sie allerdings montiert werden können, muss zunächst der rund 180 Meter hohe Kran auseinandergenommen, aufgeladen, transportiert und aufgebaut werden. „Dafür sind 55 bis 60 Lkw-Transporte notwendig“, erläutert der Baubetreuer.

Trotz der Verzögerungen geht man bei der Firma Entega davon aus, dass der Windpark zum geplanten Zeitpunkt ans Netz geht. Das teilte Entega-Sprecher Michael Ortmanns auf HNA-Anfrage mit. Damit ginge eine gut dreijährige Bauzeit zu Ende. In der Vorbereitung war ein rund 18 Kilometer langes Erdkabel zwischen dem noch nicht begonnenen Windpark im Kaufunger Wald und dem Umspannwerk am Sandershäuser Berg in Niestetal gelegt worden.

Es gab im Laufe der Zeit auch harsche Kritik an dem Projekt, oder zumindest am Transport der Bauteile. Um diese an ihren Bestimmungsort zu bringen, war die Kreisstraße zwischen dem Abzweig nach Niederkaufungen und Niester Königs-Alm gesperrt worden.

Nahe der Event-Gaststätte war ein Umladeplatz errichtet worden, um die Bauteile von Lastwagen auf spezielle Transportfahrzeuge zu hieven. Allerdings hatte das Kasseler Regierungspräsidium die Sperrungen offenbar nicht früh genug an die Kommunen kommuniziert. (Moritz Gorny)

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