Jugendparlament, Familienbeirat, Zukunftsdialog

Analyse zur Kommunalwahl: Bürger können in Großalmerode mitberaten

Ist nach wie vor Thema: Das Panoramabad von Großalmerode wartet schon länger auf eine Sanierung.
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Ist nach wie vor Thema: Das Panoramabad von Großalmerode wartet schon länger auf eine Sanierung.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Stadtverordneten, die am 14. März neu gewählt werden?

In unserer Analyse prüfen wir, was in der ablaufenden Legislaturperiode aus den wichtigsten Plänen der Fraktionen aus dem Wahlkampf 2016 geworden ist – und welche Kernaufgaben für die Nachfolger übrig sind. Heute: Großalmerode.

Das ist passiert

Die SPD, die seit den 70er-Jahren stärkste Kraft in Großalmerode war, verlor bei der Kommunalwahl 2016 ihre absolute Mehrheit. Mit 13 Sitzen war sie nun gleichauf mit der Wählergemeinschaft (WG), die CDU bekam fünf Mandate. Mit einem Zuwachs von 21,3 Prozent im Vergleich zur Wahl von 2011 war die WG der große Gewinner. Als schließlich mit Finn Thomsen 2017 ein parteiloser Kandidat Bürgermeister wurde, konnte die SPD auch diesen Posten nicht mehr besetzen. WG und CDU sagten von Anfang an, dass sie keine Koalition gründen wollten, sondern von Fall zu Fall entscheiden wollten.

Das wurde geschafft

Erstmals nach 20 Jahren weist der Großalmeröder Haushalt 2017 einen Überschuss auf. Das dies weiter so bleibt, dafür wirbt die CDU in ihrem Wahlprogramm. Aber auch die anderen Parteien sprechen sich für strategische Oberziele aus, die sie 2017 unter Bürgermeister Andreas Nickel auch erstmals so definieren. Man einigte sich auf 12 Ziele und ordnete sie nach Prioritäten als Leitfaden für die kommenden Jahre. So wurde gemeinschaftlich beschlossen, den Bevölkerungsrückgang bis zum Jahr 2019 auf 0 zu reduzieren und ab 2020 sogar einen Zuwachs von 0,5 Prozent pro Jahr zu haben. Für das Jahr 2019 konnte Großalmerode einen Zuwachs von 6 Bürgern (0,1 Prozent) verzeichnen.

Die Sanierung der Roten Schule konnte abgeschlossen werden, sodass der Kindergarten im Mai 2018 aus dem Flachdachkindergarten in das neue Gebäude umziehen konnte. Nach dem abgeschlossenen Ausbau des Obergeschosses hatte die SPD den Ausbau des Dach- und Ergeschosses im Wahlprogramm, um Krippenplätze zu schaffen.

Kommunalwahl 2016 in Großalmerode

Lange hatte auch dieses Projekt gedauert, aber 2018 konnte endlich der Radweg zwischen Laudenbach und Velmeden eingeweiht werden.

Familien nach Großalmerode zu locken wollen alle Parteien. 2017 stellte die CDU dafür den Antrag, Familien mit Kindern bis zu 14 Jahren eine Ermäßigung für Baugrundstücke zu gewähren sowie auch Gewerbeflächen günstiger anzubieten. Der Antrag bekam von den anderen Stadtverordneten positive Reaktionen.

Großalmerode arbeitet an seiner Transparenz und den Möglichkeiten für Bürger, sich zu beteiligen. So gibt es neben Jugendparlament, Familienbeirat und Seniorenbeirat auch Zukunftsdialoge, bei denen Bürger Vorschläge einbringen können, eine Meldeapp und die Möglichkeit, den Besuch im Rathaus zu bewerten.

Das klappte weniger

Für viel Wirbel und immer neuen Diskussionen sorgten die Straßenbeiträge. Nachdem bereits für die Kernstadt und Faulbach wiederkehrende Straßenbeiträge beschlossen worden sind, geschah dies im November 2019 dann auch für alle weiteren Stadtteile, da man eine einheitliche Regelung für die gesamte Stadt braucht. Die Lösung wurde von der SPD als nicht die gerechteste, sondern die am wenigsten ungerechte Lösung bezeichnet. Für eine wirkliche Alternative braucht es aber eine Veränderung aus Wiesbaden.

Die Stadtverordneten hatten sich gegen eine Errichtung des Windparkes im Kaufunger Wald ausgesprochen und das mit einem Beschluss 2018 auch bekräftigt. Bewirken konnten sie damit nichts. Der Energieversvorger Entega hat 2019 mit dem Bau von fünf weiteren Anlagen begonnen.

Das steht (noch) an

Dem Großalmeröder Bauhof fehlen zwei Stellen. Seit 2016 versucht die SPD immer wieder, diese neu besetzen zu lassen. Allerdings scheitert sie damit gegen CDU und WG, da das Geld fehlt und man Schulden abbauen wollte.

Ein Dauerthema ist das Panoramabad von Großalmerode. Während alle Fraktionen für den Erhalt des Freibades sind, stockten sie bei der benötigten Investition. Mit Anträgen bei verschiedenen Förderprogrammen sowie der Gründung eines Fördervereins besteht die Hoffnung, dass mit der notwendigen Renovierung des Bades bald begonnen werden kann.

Einen Mangel an Führungskräften gab es immer wieder in der Feuerwehr. Zuletzt beklagte Stadtbrandinspektor Dirk Junker nach dem Scheunenbrand in Laudenbach, dass die Qualifikation in der Führungsebene und auch in den unteren Dienstgraden nicht optimal sei. Gute Ideen werden hier gebraucht. Bei der Überprüfung der Stützpunkte durch den technischen Prüfdienst hatte Großalmerode aber verhältnismäßig gut abgeschnitten.

Der Ratskeller ist wieder Thema. Nachdem ihn im August 2019 ein neuer Pächter eröffnet hatte, war nun Ende 2020 wieder Schluss.

(Evelyn Ludolph)

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