Bürgerinitiative bezweifelt Baustellen-Aufsicht am Windpark im Kaufunger Wald

Angst um die Natur: Diese Ölflecken hat Alexander Meywirth im April an der Baustelle von Windrad 1 entdeckt. In unmittelbarer Nähe habe zudem viel Müll gelegen. Foto: Meywirth/nh

Großalmerode. Die Bürgerinitiative (BI) Pro Hirschberg-Kaufunger Wald wirft dem Darmstädter Unternehmen Entega und dem Regierungspräsidium Kassel vor, die Aufsicht über die Baustelle für die Windräder im Kaufunger Wald in der Nähe des Bilsteins nicht ausreichend wahrzunehmen.

Wie Alexander Meywirth von der BI berichtet, habe er Mitte April im Bereich zwischen dem Wanderparkplatz Kohlenstraße, dem Standort von Windrad 1 und dem Lagerplatz für die Silos zahlreiche Ölflecken entdeckt, die von Lastwagen und Baufahrzeugen stammen müssten. Bei den Containern an Windrad 1 habe er zudem eine Menge Müll - etwa einen halben Sack voll - gefunden, zudem hätte vereinzelt im Baustellenbereich Müll herumgelegen, der an die Reste einer Frühstückspause erinnere. „Müllansammlungen neben den Baustellen lassen darauf schließen, dass Bauarbeiter ihre Abfälle achtlos im Wald entsorgen“, schreibt Meywirth in einer Pressemitteilung. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Baustelle täglich kontrolliert werde, so wie es Bauherr und RP gegenüber der HNA im März noch versichert hatten.

„Die Zustände im Industriegebiet Kaufunger Wald und der Umgang des Investors und des RP mit Kritik sind nicht akzeptabel“, so Meywirth weiter. Investor und RP hätten versprochen, sich an die detaillierten Vorgaben der Baugenehmigung zu halten und dem Naturschutz auf der Baustelle oberste Priorität einzuräumen. Das werde aber offenbar nicht umgesetzt.

„Jeder weiß schließlich, wie viel Wasser allein ein Tropfen Öl verschmutzen kann.“

„Die Bürgerinitiative hat sich daher in ihrer letzten Sitzung dazu entschlossen, auf die Missstände öffentlich hinzuweisen“, teilt Meywirth mit. Bei der BI gingen mittlerweile regelmäßig Fotos und Beschwerden für die Zustände auf der Baustelle ein, berichtet der Großalmeröder. Ein weiterer Kritikpunkt vieler Wanderer, Jogger und Radfahrer in dem Bereich des Bilsteins sei, dass die Lastwagenfahrer deutlich schneller als die erlaubten zehn Stundenkilometer fahren würden.

Auch wenn das natürlich insgeheim der Wunsch der BI wäre, ist Meywirth klar, dass die Bauarbeiten für den Windpark nicht eingestellt werden. „Aber wir erwarten, dass sich hier wenigstens an die Vorschriften gehalten wird.“ Dazu gehörten auch Konsequenzen für die Bauarbeiter, die sich nicht an die Regeln halten. Zudem müssten die Fahrzeuge regelmäßig gewartet werden, damit sie kein Öl verlieren. „Jeder weiß schließlich, wie viel Wasser allein ein Tropfen Öl verschmutzen kann“, so Meywirth. (fst)

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