Kein Urlauber zeigt Corona-Symptome

Trotz Urlaub im Risikogebiet: Keine Quarantäne für Rückkehrer aus Südtirol

+
Skifahren in den Alpen: Omnibusverkehr Friedrich bietet die Ausfahrt nach Südtirol seit mehr als 20 Jahren an. Die Kunden haben trotz des Abbruchs wegen Corona für das kommende Jahr wieder gebucht. (Symbolbild)

Eine Gruppe Urlauber aus Großalmerode ist diese Woche aus dem Skiurlaub in Südtirol zurückgekehrt, muss aber nicht in Quarantäne. 

  • Ausbreitung des Coronavirus schreitet voran
  • Rückkehrer aus Südtirol nicht in Quarantäne
  • Bisher keine Symptome gezeigt

Großalmerode - Italien ist zur Sperrzone erklärt worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzuschränken. Eine Reisegruppe aus Großalmerode musste deswegen ihren Skiurlaub in Südtirol vorzeitig beenden. Nun sorgen sich einige Mitmenschen, weil die Reisenden nicht unter Quarantäne gestellt worden sind, sondern ihnen lediglich zu einer Kontaktminimierung geraten worden ist.

Die Firma Omnibusverkehr Friedrich (Großalmerode) hatte die Fahrt mit Start am vergangenen Samstag, 07.03.2020, geplant. Am Vortag kam die Risikoeinstufung des Robert-Koch-Institutes. Der Reisehinweis des Auswärtigen Amtes kam kurz vor 12 Uhr. „Wir waren dadurch verunsichert und wussten nicht, was wir tun sollten“, sagt Geschäftsführer Uwe Friedrich. Er begleitet seine Kunden als Fahrer nach Italien. 

Coronavirus: Reiseunternehmer aus Großalmerode informierte sich über das Risiko der Südtirol-Fahrt

Deswegen setzte er sich ans Telefon und sprach mit Mitarbeitern des Robert-Koch-Institutes, des Auswärtigen Amtes, dem Hotel in Italien und seinem Rechtsbeistand, wie mit der Situation am besten umzugehen wäre. Da das Auswärtige Amt nur einen Reisehinweis und keine Warnung herausgegeben hatte, bestand für Friedrich keine Möglichkeit, die gesamte Reise abzusagen. „Ich bin zahlungspflichtig gegenüber dem Hotel.“

Coronavirus: 20 Urlauber mit Unternehmen aus Großalmerode im Risikogebiet Südtirol

Deswegen informierte er alle Kunden über die Risikoeinschätzungen. Rund 20 Kunden wollten dennoch fahren und auch Friedrich stimmte der Fahrt nach Rücksprachen mit den Experten zu. „Ich hatte vorher geklärt, dass wir in einem kleinen Hotel als einzige Gruppe untergebracht waren.“ Zudem einigte sich die Gruppe gemeinschaftlich darauf, dass Après Ski auf dieser Fahrt ausfallen sollte und der Kontakt mit Personen außerhalb der Gruppe so weit wie möglich reduziert werden sollte. „Wir waren mehr oder weniger allein.“

Coronavirus: Reisegruppe aus Großalmerode musste frühzeitig in Südtirol abreisen

Am Dienstag musste Friedrich dann vorzeitig mit seinen Kunden abreisen. Er ist weiterhin mit den Reisenden in Kontakt und vermittelt Informationen zwischen seinen Kunden und dem Gesundheitsamt des Kreises. Niemand aus der Reisegruppe zeige bisher Symptome einer Grippe, sagt er.

Großalmerodes Bürgermeister Finn Thomsen hatte am Montag das Gesundheitsamt über die Rückkehrer informiert. Das Gesundheitsamt habe dann die Firma über das weitere Vorgehen informiert. Die Stadt Großalmerode selbst kann keine Schritte unternehmen, sagt Thomsen. Besonders kann die Stadt keine Quarantäne über Einzelpersonen verhängen. Von einzelnen Teilnehmern wisse man aber, dass sie in Verbindung zum Hausarzt stünden und Kontakt mit anderen Personen meiden, um sie nicht zu gefährden.

Coronavirus: Nach Urlaub in Südtirol nicht in Quarantäne - Das sagt das Gesundheitsamt

Auf das Virus getestet werde derzeit nur, wer Symptome zeige und binnen 14 Tagen in einem Hochrisikogebiet gewesen ist, betont Dr. Annett Förste vom Gesundheitsamt mit Verweis auf die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts. Diese Menschen werden für 14 Tage in Quarantäne gestellt, ebenso Personen, die mindestens 15 Minuten im engen Kontakt mit Erkrankten standen – etwa in einem Gespräch. Heimkehrer ohne Symptome aus Risikogebieten werden gebeten, 14 Tage freiwillig zu Hause zu bleiben. „Anordnen können wir leider das nicht“, so Förste. 

Das Robert-Koch-Institut unterscheidet derzeit mehrere Kontaktgruppen, je nachdem, wie wahrscheinlich für sie eine Ansteckung mit dem Coronavirus ist. 

Ganz anders erging es einer Südtirol-Reisegruppe aus Bad Wildungen im Landkreis Waldeck-Frankenberg: Die Reisenden mussten nach ihrer Rückkehr vorsichtshalber in Quarantäne - auch hier hatte keiner Symptome gezeigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.