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Defizitärer Haushalt in Großalmerode mit einem Minus von 900 800 Euro muss beraten werden

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Von: Wiebke Huck

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Steigende Kosten machen sich auch im Großalmeröder Haushaltsentwurf für das kommenden Jahr bemerkbar. Archiv
Steigende Kosten machen sich auch im Großalmeröder Haushaltsentwurf für das kommenden Jahr bemerkbar. Archiv © Eberhard Jansen/NH

„Das Jahr 2022 war für die Stadt Großalmerode insgesamt ein schwieriges Jahr“, Großalmerodes Bürgermeister Finn Thomsen sprach bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus in Rommerode auch über die Finanzlage der Stadt: „Trotz Maßnahmen des Staates spüren auch die Menschen in Großalmerode, dass der Inhalt ihres Portemonnaies rasant an Wert verliert.“

Rommerode – Die Inflation sei durch geradezu explodierende Energiepreise um einen zweistelligen Prozentwert erhöht worden, man habe in den vergangenen Monaten neue Begriffe wie Gasmangellage und Wärmeinseln kennengelernt.

Diese Entwicklung würde sich auch im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr widerspiegeln. „Im Ergebnishaushalt haben wir ein Defizit von 900 800 Euro“, so Finn Thomsen. Nach sechs Jahren mit Haushaltsüberschüssen gebe es somit erstmals wieder einen defizitären Haushaltsentwurf. Die Stadt wird laut Thomsen im kommenden Jahr zusätzliche Schlüsselzuweisungen in Höhe von 229 000 Euro erhalten. Dem entgegen stünde allerdings die Kreis- und Schulumlage, die in diesem Zusammenhang um 349 000 Euro steigen werde. „Unterm Strich haben wir dadurch ein Minus von 165 000 Euro gegenüber dem Vorjahr.“

Auf „historische 1,9 Millionen Euro“ werde sich laut Thomsen der Zuschussbedarf für die Kindertagesstätten erhöhen. „Durch den immensen Fachkräftemangel stehen Forderungen von bis zu 19 Prozent für Erzieher im Raum“, so der Bürgermeister. Im Wirtschaftsplan für das Jahr 2023 habe man vorsichtig mit 15 Prozent kalkuliert. Die steigenden Energiekosten und die Inbetriebnahme, voraussichtlich im August 2023, der neuen Natur-Kita würden den Bedarf ebenfalls erhöhen.

Weitere 298 400 Euro würden für verstärkte Ausgaben in der baulichen Unterhaltung gleich an mehreren Stellen anfallen. „Einerseits wirken sich hier die gestiegenen Baupreise aus, andererseits werden im nächsten Jahr verstärkt bauliche Unterhaltungen notwendig, um Folgeschäden an der Substanz und dadurch entstehende höhere Sanierungskosten zu verhindern.“

Dem entgegen stehe laut Thomsen ein Plus von 315 000 Euro bei den Einkommenssteueranteilen.

Ein defizitärer Haushalt, so Thomsen, erfordere in der Regel ein Haushaltssicherungskonzept. Die Stadt aber habe in den vergangenen sechs Jahren gut gewirtschaftet, könne dies Dank der Jahresabschlüsse auch nachweisen und die Stadtkasse sei liquide. „Damit ist der Haushalt 2023 in der in Entwurfsform vorliegenden Fassung auch nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht in dieser Woche ohne Haushaltssicherungskonzept aber insbesondere ohne Steuererhöhung genehmigungsfähig“, hatte Thomsen gute Nachrichten zu verkünden.

Stellungnahmen könnten nun eingebracht werden, der Haushaltsentwurf soll im Januar vom Haupt- und Finanzausschuss beraten werden. Die Stadtverordnetenversammlung könne den Haushalt dann gegebenenfalls in der ersten Sitzung des kommenden Jahres, am 2. Februar, beschließen.

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