WG und CDU zwingen Parlament zur Kehrtwende

Doch kein Neubau auf Marktplatz in Großalmerode

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Doch kein Neubau auf Marktplatz in Großalmerode.

Großalmerode. Nach Jahren der erbitterten Diskussion, vielen Beschlüssen und dem Beginn von Bauarbeiten ist die Gestaltung des Marktplatzes von Großalmerode wieder offen.

In seiner jüngsten Sitzung beschloss das Parlament mit der Mehrheit von Wählergemeinschaft (WG) und CDU, die Forderung nach einem Ersatzneubau für die mittlerweile abgerissene „Drogerie Weymar“ aufzugeben. In ihrem Antrag schlagen WG und CDU vor, die alten Beschlüsse aufzuheben und eine Neuplanung ohne neues Gebäude zu erarbeiten. Der Investor soll weiterhin alle Kosten tragen. 

Diese Elemente soll die Neuplanung beinhalten: 

• Gestaltung eines Sitzbereichs mit Sandstein-Mauern und Bepflanzungen 

• Integration des Großalmeröder Wappens und Aufstellen von Tiegeln 

• Einbeziehung und Instandsetzung des Brunnens. 

Mit dem Beschluss machte das Parlament eine Kehrtwende. Eigentlich wollte die Stadt nämlich Schritte gegen den Investor einleiten, weil dieser bis jetzt die Vorgaben des städtebaulichen Vertrags vom Dezember nicht umgesetzt und den Ersatzneubau nach korrigierten Plänen hat bauen lassen. Laut der Verwaltungs-Vorlage hat der Investor gewartet, weil er offenbar befürchtete, dass sein Vertrag mit der Stadt nach der Kommunalwahl ausgesetzt wird. 

Kritik hagelte es von der SPD. Kurt Studenroth verwies darauf, dass die Gestaltungssatzung der Stadt ein Schließen der Baulücke vorschreibe. Auch warf er der WG vor, aus „reinem Aktionismus“ die Kehrtwende zu machen. Noch im September habe die WG für einen Ersatzbau gestimmt. „Die Sachlage hat sich geändert“, erwiderte WG-Chef Uwe Range, der befürchtet, dass der Streit um die Umsetzung der Baupläne vor Gericht enden könnte. Da müsse man seine Position korrigieren dürfen. Lothar Burhenn (WG) ergänzte, dass man die Gestaltungssatzung ja auch ändern könne. 

Ob es eine Bürgerbefragung zur neuen Gestaltung des Marktplatzes geben soll, darüber soll das Parlament auf Wunsch der WG in einer der nächsten Sitzungen beraten. Auch Bürgermeister Andreas Nickel (SPD) kritisierte den Schwenk. „Der Beschluss vom September war doch hart erkämpft.“ Dass der Investor wie im WG-/CDU-Antrag gefordert schon bis zur nächsten Parlamentssitzung einen neuen Gestaltungsvorschlag vorlegen kann, hält Nickel für unwahrscheinlich.

Chronologie: Von der Drogerie zum Platz

• 1935: Wilhelm Weymar eröffnet seine Drogerie am Marktplatz. Bis 2005 wurden hier Kosmetik- und Fotoartikel sowie Getränke verkauft. 

• Seit 2008: Die Stadt sucht nach einer Nachnutzung - eine Sanierung ist Thema.

• Mai 2011: Das Parlament stimmt grundsätzlich zu, dass Edeka-Inhaber Peter Hose als Investor die Gebäude (Marktplatz 2 und 4) abreißen und einen Parkplatz bauen darf. 

• Mai 2012: Workshop für Bürger zum Marktplatz. 

• Sommer 2013: Peter Hose kauft die Grundstücke. 

• November 2013: Das Parlament stimmt für Abriss und Ersatzbau von Pavillons. 

• Juli 2014: Der Abriss startet. 

• Sommer 2015: Der Ersatzbau wird wegen eines Architektenfehlers gestoppt. 

• September 2015: Das Parlament beschließt, dass der Neubau-Entwurf geändert und umgesetzt werden soll. 

• Mai 2016: Das Parlament stimmt für Rückbau der Pavillons und eine Neugestaltung des Platzes mit Mauer, Kübeln und Brunnen.

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