Ärger über abgeschlagene Eichen

In Großalmerode ließ die Stadt Bäume auf einem Privatgrundstück fällen

Die Bäume sind weg: Lorenz Truckenbrodt steht an den Überresten seiner drei Eichen, die versehentlich bei den Vorbereitungen des Straßenbaus im Neubaugebiet an der Adolf-Häger-Straße gefällt wurden.
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Die Bäume sind weg: Lorenz Truckenbrodt steht an den Überresten seiner drei Eichen, die versehentlich bei den Vorbereitungen des Straßenbaus im Neubaugebiet an der Adolf-Häger-Straße gefällt wurden.

Gefällte Bäume sorgen derzeit in Großalmerode für Unmut. Am Ende der Adolf-Häger-Straße soll ein Baugebiet entstehen. Dafür wurde das Fällen einiger Bäume auf städtischem Gelände in Auftrag gegeben. Lorenz Truckenbrodt, dem zwei Grundstücke direkt nebenan gehören, musste allerdings im Anschluss mit Entsetzen feststellen, dass auch drei Bäume auf seinem Grund und Boden dieser Fäll-Aktion zum Opfer gefallen sind.

Großalmerode – Damit ist der Baum-Eigentümer ganz und gar nicht einverstanden: „Ich habe niemals zugestimmt, dass meine 100 Jahre alten Eichen gefällt werden“, sagt er.

Bürgermeister Finn Thomsen bestätigt, dass es bei der Baumfällung zu einem Versehen gekommen sei: „Bedauerlicherweise wurden drei beieinanderstehende Bäume auf dem Grundstück von Herrn Truckenbrodt gefällt“, so Thomsen. Die Rodung dieser Bäume sei weder für den Straßenbau notwendig gewesen, noch biete sie der Stadt Großalmerode oder dem Investor einen Vorteil.

Nachdem er von dem Vorfall erfahren habe, hätte er umgehend telefonisch Kontakt zu Lorenz Truckenbrodt aufgenommen, um sich persönlich zu entschuldigen, sagt der Bürgermeister. „Leider können wir die Baumfällung nicht rückgängig machen“, so Thomsen. Er sei aber zuversichtlich, dass in einem gemeinsamen Gespräch mit Lorenz Truckenbrodt eine für alle Seiten akzeptable Lösung gefunden werden könne. „Sofern dies nicht möglich sein sollte, verfügt die Stadt Großalmerode, ebenso wie die meisten hessischen Kommunen, über einen Haftpflichtversicherungsschutz“, sagt Thomsen.

Wie es zu dem Versehen kommen konnte, kann er durch die Eile erklären, die geboten war: „In der Zeit vom 1. März bis 30. September ist es naturschutzrechtlich nur in bestimmten Ausnahmefällen möglich, Bäume zu fällen. Damit die Straßenbauarbeiten aber in diesem Jahr möglich sind, mussten bis Ende Februar die Bäume im Bereich der künftigen Straße gefällt werden.“

Eine Rodungsgenehmigung habe die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis erteilt. Es sei auch geregelt, dass für die beseitigten Bäume entsprechender Ausgleich geschaffen wird. Der Genehmigung vorausgegangen war ein Ortstermin mit der Unteren und der Oberen Naturschutzbehörde vom Regierungspräsidium Kassel.

Im Vorfeld der Baumfällarbeiten hätten der Investor, Firma Heppe, und ein Vertreter der Stadt Großalmerode anhand von Luftbildern und der Liegenschaftskarte die entsprechenden Bäume markiert und auch im Hinblick auf Tiere und Nisthöhlen inspiziert. Man sei davon ausgegangen, dass es sich um Bäume auf städtischem Grund handele. „Auf die Fällung von Bäumen auf unserem Bauplatz haben wir bewusst verzichtet, um die Zahl der beseitigten Bäume so gering wie möglich zu halten“, so Finn Thomsen. (Wiebke Huck)

Straßenverlängerung zum Erschließen neuen Baulands

Die Stadtverordnetenversammlung von Großalmerode habe im vergangenen November beschlossen, dass der Magistrat mit dem Abschluss eines Erschließungsvertrages zur Verlängerung der Adolf-Häger-Straße in westliche Richtung beauftragt wird, sagt Bürgermeister Finn Thomsen. „Bei diesem Baugebiet handelt es sich um insgesamt 15 Bauplätze, von denen sich 14 im Besitz von vier Privatpersonen befinden“, so Thomsen. Das Grundstück für die geplante Straße gehöre, neben dem letzten Bauplatz, der Stadt Großalmerode. Zwei der Baugrundstücke gehören Lorenz Truckenbrodt. (hbk)

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