Übernahme wäre mit hohen Kosten verbunden

Eine Straße am Stadtrand von Großalmerode bleibt vorerst herrenlos

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Eine Straße am Stadtrand von Großalmerode bleibt vorerst herrenlos

Die Straße „Auf dem Pfaffenberg“ am westlichen Rand der Kernstadt Großalmerode bleibt herrenlos.

Bevor die Stadtverordneten den Antrag auf Übernahme des 420 Meter langen Straßenstücks, wie sich im Haupt- und Finanzausschuss schon angedeutet hatte, ablehnen konnten, zog Bürgermeister Finn Thomsen ihn am Donnerstagabend kurzerhand zurück. Bevor er dem Parlament erneut vorgelegt wird, sollen weitere Informationen zu den Kosten eingeholt sein. Schon vor 49 Jahren war die Übernahme Thema.

Bewegung in das Bemühen, einen Eigentümer für die Straße zu finden, brachte der Nordhessische Verkehrsverbund, indem er sich jüngst bereit erklärte, den vom Land Hessen geforderten Ausgleichsbetrag für den Straßenbelag in Höhe von gut 7000 Euro zu übernehmen, damit es auf sein Aneignungsrecht verzichtet.

Der NVV hat auch das stärkste Interesse daran, dass das Verbindungsstück zwischen dem Helsaer Ortsteil Wickenrode und der Bundesstraße 451 vor Großalmerode einen Eigentümer bekommt. Denn damit gehen auch die Pflichten für die Verkehrssicherung einher, sprich kümmert sich jemand darum, dass beispielsweise Beispiel im Winter geräumt wird und Schlaglöcher beseitigt werden.

Denn über die herrenlose Straße führt neben einer Radwegeverbindung auch die Buslinie 210 des NVV zwischen Helsa und Witzenhausen, ab 15. April sogar durchgängig mindestens alle 60 Minuten.

Die Gemeinde Helsa hatte ihren Teil der Straße auf ihrem Gebiet, die Ringenkuhler Straße, bereits vor vielen Jahren übernommen. Und damit, wie Bürgermeister Thilo Küthe laut einer NVV-Pressemitteilung gesagt haben soll, die Einkaufswege von und nach Großalmerode sowie den Schulverkehr über diese Verbindung gesichert.

Auf Großalmeröder Seite ist das Interesse weniger groß: Die Straße auszubessern dürfte nämlich ausreichen und die Sanierung weit mehr als 100 000 Euro kosten. Und außer der Zufahrt zum Reiterhof Hirschberg und zur Siedlung Blaustein wird wenig Nutzen für die Tonstädter gesehen, sie für viel Geld herzustellen. Zumal das Straßenstück keine Anlieger hat, die man zu den Ausbaubeiträgen heranziehen könnte.

Während die HNA mit der Berichterstattung zu dem Thema abwartete, ob das Parlament der Übernahme auch wirklich zustimmt, wurde eine das Ergebnis im Sinne des NVV schon formulierte Pressemitteilung von anderen Medien bereits publiziert. Das sorgte auch bei den Stadtverordneten von Großalmerode für Unruhe und Unmut, wie am Donnerstagabend zu hören war. Bürgermeister Thomsen, der vom NVV mit den Worten zitiert wird, dass „uns allen“ die Lösung für die Einwohner wichtig gewesen sei, bemühte sich in der Parlamentssitzung dann darum, die Wogen zu glätten: Die Pressemitteilung sei „unglücklich formuliert“.  sff/nde

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