Per Ebay-Kleinanzeige macht er auf sich aufmerksam

Er sagt, was er denkt: Mathias Böttcher bewirbt sich als Bürgermeister

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Genießt die Idylle: Bürgermeisterkandidat Mathias Böttcher aus Rommerode zieht es oft zur Exberghütte nach Epterode. Bei schönem Wetter genießt er auch die Aussicht vom Rösbergblick.

Großalmerode. Drei Kandidaten wollen der neue Bürgermeister von Großalmerode werden - wir stellen die Bewerber vor. Heute: Mathias Böttcher, den spontanen Techniker.

„Ich möchte für die Wahl zum Bürgermeister kandidieren!“ So ist das Stellengesuch von Mathias Böttcher bei Ebay-Kleinanzeigen unter der Rubrik „Jobs: Büro und Verwaltung“ überschrieben, mit dem der 45-Jährige Ende Juni seine Kandidatur verkündete. 426 Menschen haben seine Anzeige seitdem aufgerufen, zwei haben sie unter ihren Favoriten.

Auch sonst ist der gebürtige Homberger immer für eine Überraschung gut: „Wir sind ziemlich spontan, machen eine Tagesfahrt nach Hamburg für ein Fischbrötchen, nach Holland, um Tulpen zu kaufen, oder nach Paris, um dort Silvester zu feiern“, sagt Böttcher, der vor 20 Jahren nach Großalmerode kam. Selbstverständlich hatte sich der Techniker auch Ende Januar zur Silberhochzeit etwas Besonderes für seine vier Jahre jüngere Frau Anja überlegt: Da ihre Hochzeit damals nur klein gefeiert wurde, weil Anja hochschwanger war, überraschte er sie im Urlaub in Barcelona mit einer zweistöckigen Hochzeitstorte – wie sie sie sich immer gewünscht hatte. „Wir rauchen und trinken nicht. Wenn man von der Ersparnis etwas zur Seite legt, kann man hin und wieder die Welt anschauen“, sagt Böttcher, der mit dem Rösbergblick und der Exberghütte auch Lieblingsplätze in der Region hat. Ihr Sohn kam übrigens 16 Tage nach der Hochzeit im selben Krankenhaus und durch denselben Gynäkologen auf die Welt, der schon Mathias und Anja geholt hatte.

„Geht nicht, gibt es nicht“ scheint generell das Motto des 45-Jährigen zu sein: Um seine Höhenangst zu bekämpfen, hat er vor einem Jahr mit dem Gleitschirmfliegen angefangen. Nachdem er tags zuvor einen Film darüber gesehen hatte, sagte er seiner Frau, dass sie nur schnell tanken fahren. Doch die Fahrt endete erst auf der Wasserkuppe, wo sich beide erst mal eine Jacke kaufen mussten und sich dann zum Schnupperkurs anmeldeten.

Spontanität zeichnet Böttcher nicht nur bei seiner Freizeitgestaltung aus: Im August 2003 kaufte er mit seiner Frau ein Haus in Rommerode und kündigte die Mietwohnung direkt zum 1. November. „Ein Dreivierteljahr habe ich in der Garage gekocht, weil in der Küche noch der Boden fehlte“, sagt seine Frau. Denn das Haus musste entkernt werden, Böttcher verlegte Fliesen und Kabel und baute das Garagentor selbst ein. „Bei meinem früheren Arbeitgeber Rege habe ich auch die Maschinen teilweise selbst repariert, weil ich nicht auf den Mechaniker warten wollte“, sagt Böttcher, der in seiner Freizeit Fische züchtet.

Kurzerhand begleiteten er und seine Frau auch schon eine Bekannte, die Zoff mit ihrem Vater hatte und nicht allein gehen wollte, zur Schul-Abschiedsfeier. „Was ich verspreche, halte ich auch, sonst verspreche ich es erst gar nicht – es sei denn, ich bin todkrank“, sagt Böttcher, der sich laut eigener Aussage schon manches Mal das Mundwerk verbrannt hat, weil er sagt, was er denkt. 

Einen persönlichen Fragebogen, mit dem wir Mathias Böttcher auf den Zahn gefühlt haben, sowie einen ausführlichen Lebenslauf lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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