Erneut ist Heizung in Großalmeröder Kita ausgefallen

Großalmerode. „Es kann nicht sein, dass Schludrigkeit auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird", beschwert sich Johanna Rycka.

Ihre Tochter Klara besucht seit August 2014 die Kindertagesstätte Gelsterzwerge in Großalmerode - und saß dort jetzt zum dritten Mal im Kalten. „Seit drei Jahre gibt es die Pelletheizung und entsprechend lange auch die Probleme damit“, sagt Rycka. So waren die Räumlichkeiten zum ersten Mal im Winter 2014/2015 einige Tage unbeheizt. Der Grund: Die Pellets waren aufgebraucht, eine Nachbestellung wurde nicht rechtzeitig in die Wege geleitet. „Seitens der Stadt wurde uns daraufhin zugesichert, dass ein Mitarbeiter vom Bauhof nun regelmäßig nach der Anlage gucken wird“, berichtet Rycka.

Ende Dezember vergangenen Jahres kam es zum nächsten Ausfall der Heizung, diesmal technisch bedingt. „Das Rohrsystem zum Ansaugen der Pellets war kaputt“, erklärt Bürgermeister Andreas Nickel (SPD) auf Nachfrage. Die angesogenen Pellets würden mit enormer Kraft gegen die Abzweigungen prallen, so dass die Rohre mit der Zeit porös und undicht würden. Um diese Kunststoff- durch Edelstahlrohre zu ersetzen, habe man das Silo leerlaufen lassen müssen und einen Lieferstopp veranlasst. „Danach hat keiner daran gedacht, die Bremse wieder zu lösen“, sagt Nickel. Für solche Notfälle habe man jedoch Säcke mit Pellets eingelagert, die dann per Hand nachgeladen wurden.

Tags darauf war der Kindergarten jedoch wieder kalt. „Zwölf Grad waren es im Kindergarten und den Eltern wurde empfohlen, die Kinder nach Möglichkeit wieder mitzunehmen“, sagt Rycka. Viele Eltern könnten jedoch aus beruflichen Gründen nicht so spontan ihren Tagesablauf umwerfen. Zum Aufwärmen wurden die Kinder zwischenzeitlich in den Flachbau nebenan geschickt, der an eine Ölheizung angeschlossen ist.

Ursache für den erneut kalten Kindergarten: Die 80 Kilogramm im Ladespeicher hatten nur bis Mitte der Nacht gereicht. „Das war das eigentlich Ärgerliche, das war peinlich und schlecht“, gesteht Nickel, dem der erneute Ausfall „wahnsinnig unangenehm“ ist. Über das Wochenende habe ein Mitarbeiter des Bauhofs alle sechs bis acht Stunden den Speicher wieder aufgefüllt, bis die neue Lieferung kam. „Ich bitte um Entschuldigung und Verständnis, dass Menschen Fehler machen“, sagt Nickel. In zwei bis drei Wochen werde nun ein Frühwarnsystem installiert. Man habe mit der 61.000 Euro teuren Heizung nur das Gute im Blick gehabt und nicht geahnt, dass die neue Technik solche Probleme machen würde, „sonst hätten wir uns anders entschieden“.

Als Entschädigung will die Stadt an einem Samstag im Frühling oder Sommer einen Ausflug nach Germerode in den Tierpark anbieten.

Rubriklistenbild: © Foto:  dpa

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