Windpark Hausfirste

Zehn Windräder im Kaufunger Wald: Fragen und Antworten

Bildet das Fundament: Pro Tag verbauen die Arbeiter 100 Tonnen Stahl, eine Stange wiegt circa 30 Kilogramm. An diesem Standort ist das Bauvorhaben am weitesten fortgeschritten. Foto:  Skupio

Großalmerode. Der Bau von zehn Windkraftanlagen im Kaufunger Wald oberhalb von Großalmerode sorgt bei vielen Bürgern für Kritik.

Das Regierungspräsidium (RP) Kassel als Aufsichtsbehörde und die Entega als Bauherr haben zu den einzelnen Punkten Stellung genommen.

Witterung 

Im landschaftspflegerischen Begleitplan ist festgelegt, dass die Bodenarbeiten nur bei ausreichend trockenen Bodenverhältnissen stattfinden dürfen. Eine ökologische und bodenkundliche Baubegleitung stelle die Einhaltung dieser Vorgabe sicher. Sie sei täglich vor Ort und erstatte dem RP wöchentlich Bericht.

Artenschutz 

Die ökologische und bodenkundliche Baubegleitung achte ebenfalls auf den Schutz der Tiere, die in dem Naturschutz- und FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) leben. Die in unmittelbarer Nähe eines Standorts lebenden Kolkraben würden täglich beobachtet, die Bauarbeiten seien sofort eingestellt worden, nachdem die Tiere mit der Balz begonnen hatten. Da es regional zu Abweichungen kommen könne, sei die allgemeine Verordnung, die einen Baustopp von Februar bis Ende Mai vorgibt, an die vor Ort gemachten Beobachtungen angepasst worden.

Tempo der Fahrzeuge 

Die Baugenehmigung des RP beinhalte keine Geschwindigkeitsbegrenzung der Fahrzeuge im Wald. Seitens der Entega sei der Lieferverkehr jedoch per schriftlicher Vereinbarung angehalten, im Wald nicht schneller als zehn Kilometer pro Stunde zu fahren. Bei Verstoß werde der Fahrer von der Baustelle verwiesen. „Es finden regelmäßig Kontrollen statt, die wir bei Beschwerden von Spaziergängern noch verstärken“, sagt der Bauleiter der Entega, der namentlich nicht genannt werden will.

Verunreinigte Straßen 

Nach einigen Beschwerden, die bei der Straßenmeisterei Witzenhausen eingegangen sind, werde eine Kehrmaschine ab sofort mehrfach die Woche die Straßen reinigen. Die betroffene Strecke liegt zwischen Kohlenstraße, Gut Giesenhagen, Großalmerode und der Deponie in Epterode.

Bauarbeiten für Windpark an den Hausfirsten bei Großalmerode

Abdeckung der Erdmieten 

In der Genehmigung sei lediglich vorgesehen, dass die Mieten nach der Profilierung begrünt werden, eine Abdeckung sei nicht festgelegt. „Bis zur Rekultivierung in einem Jahr werden die Mieten begrünt“, sagt die bodenkundliche Baubegleitung, die namentlich nicht genannt werden will. Eine Abdeckung, um ein Abrutschen der Erde zu verhindern, sei aufgrund des Windes nicht möglich.

Ab September drehen sich die ersten Räder

Der Bau der zehn Windkraftanlagen im Kaufunger Wald wurde Mitte Oktober gestartet. Derzeit werden die Flächen planiert, an einigen Standorten wurde bereits mit dem Fundament begonnen. Das Energieversorgungsunternehmen Entega (ehemals HSE) mit Sitz in Darmstadt investiert rund 60 Millionen Euro in den Windpark Hausfirste. Zwischen 25 und 50 Mitarbeiter sind täglich vor Ort. An dem Projekt sind circa 50 Firmen aus der Region beteiligt. Im September sollen die ersten Räder ihren Betrieb aufnehmen. Der Abschluss der Arbeiten inklusive Rückbau und Begrünung ist für Frühling 2017 vorgesehen. Die zehn Windräder vom Typ Enercon E-115 sollen jährlich rund 80 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Die CO2-Einsparung beträgt jährlich circa 500 000 Tonnen. Für die Bauphase werden pro Anlage 0,9 Hektar Fläche benötigt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird ein Drittel wieder zurückgebaut beziehungsweise rekultiviert. Fünf Hektar werden dauerhaft für die Windkraftanlagen in Anspruch genommen.

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