Ferienspiele in der Schmiede

Mit Muskelschmalz: Ganz schön kurbeln musste Alina Muhr am Schleifstein, damit Iris Speck ihrem Wikinger-Messer einen schönen Glanz verleihen kann. Foto: Demmer

Kinder lernen in Großalmerode altes Handwerk kennen.

Grossalmerode. „Wolt Ihr lieber ein Dumpfbacken-Messer oder ein Wikinger-Messer?“ Was für eine Frage von Schmied Kristian Merx gestern während der Ferienspiele in Großalmerode. Natürlich wollen die meisten der jungen Teilnehmer ein echtes Wikinger-Messer herstellen.

Schmieden ist einer der vielen Aktionen, die sich das Team rund um Alexandra Goßmann für die zwei Wochen überlegt hat. In Schichten zu je sechs Kindern dürfen sich die 45 Teilnehmer an Esse, Hammer und Amboss ausprobieren. Vorher gibt es eine Sicherheits-Einweisung von Merx, der gemeinsam mit Iris Speck eine Schmiede in Hemeln betreibt und sich vor allem auf die Arbeit mit Kindern spezialisiert hat. Mit einer mobilen Schmiede besucht er unter anderem Schulen, Kindergärten und Jugendgruppen, mit dem historischen Pendant Mittelalter-Veranstaltungen.

Bevor die Kinder zum Handwerkszeug greifen, gibt es von Merx wichtige Tipps, zum Beispiel, dass das Schmiedefeuer tausend Grad heiß wird und man daher sehr vorsichtig sein muss. Das Feuer der Esse darf der neunjährige Moritz Engel dann durch Treten eines Schwungrades ordentlich mit Luft versorgen und anfachen. Der Stahlstab im Feuer wird dadurch glühend rot. „Dann haben wir ihn in Form geschlagen“, berichtet die zwölfjährige Lea Muhr. Weil ihr Hobby Reiten ist, fertigt sie ein Hufeisen.

„Wir wollen den Kindern ein Handwerk zeigen, sie sollen sehen, wie sie selbst aus Eisen ein Werkstück herstellen können“, erklärt Merx. Schwierig ist das nicht, findet die neunjährige Alina Muhr, die mit Iris Specks Hilfe ein Messer schmiedet. „Man muss nur wissen, wo man hinschlagen muss“, erklärt Speck. So entsteht schnell ein Messer mit schön geschwungenem Griff, das am Ende bei Eintauchen in den Wassereimer von Alina auf den Namen „Noel“ getauft wird und beim anschließenden Polieren und Schleifen seinen endgültigen Glanz erhält.

Sie biete jedes Jahr neue Aktivitäten an, damit die Kinder nicht nur spielen, sondern auch Wissen mitnehmen und sich vielleicht sogar für ein neues Hobby begeistern, erklärt Alexandra Goßmann. Bei der Begeisterung, mit der die Kinder ihre neuen Schätze schmiedeten, ist das dem Ferienspiel-Team auf alle Fälle gelungen. (nde)

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