Regelmäßige Kontrollgänge sind ein Muss

Bei Frost ins Panoramabad von Großalmerode

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Im Winterschlaf: Das Panoramabad in Großalmerode liegt derzeit unter einer dicken Schneedecke.

Im Sommer herrscht im Freibad Hochbetrieb, im Winter ist auf der Weihnachtsbaumplantage reges Treiben. Doch was machen diese Betriebe eigentlich, wenn keine Saison ist? Für unsere antizyklische Serie waren wir diesmal im Panoramabad.

Großalmerode. Das Panoramabad in Großalmerode bot in den vergangenen Wochen einen besonders schönen Anblick. Tief verschneit zeigten sich die Hänge, an denen sich im Sommer die Menschen in der Sonne aalen. Die Becken, in denen die Besucher an heißen Tagen eine erfrischende Abkühlung finden, waren von einer dicken Eisschicht überzogen. Doch auch wenn es wirkte, als läge das Freibad im tiefsten Winterschlaf, war Betriebsleiter Harald Krumpholz im Januar alles andere als arbeitslos.

„Meine Hauptaufgabe in den Wintermonaten besteht in regelmäßigen Kontrollgängen“, sagt Krumpholz. Der 52-Jährige, der seit 2003 das Panoramabad unter seinen Fittichen hat, stellt dabei zum einen sicher, dass es keinen Einbruch oder Einbruchsversuch gegeben hat und nichts aus dem Gebäude entwendet wurde. „Zum anderen überprüfe ich die Heizungsanlage und stelle sicher, dass die Wasserleitungen auch bei starkem Frost nicht einfrieren“, sagt er. Weil dafür in der Regel schon ein Blick von außen reiche, nutzt er gerade in den Wintermonaten die schöne Umgebung am Panoramabad, um dort öfters mal einen Spaziergang mit seiner Frau zu unternehmen. „Wenn ich sehe, dass der Schornstein raucht, dann weiß ich, dass die Heizungsanlage läuft“, so Krumpholz.

Die regelmäßige Kontrolle der Heizungsanlage zählt gerade bei starkem Frost zu den wichtigsten Aufgaben von Betriebsleiter Harald Krumpholz.

In den Wintermonaten gibt es aber noch viel mehr zu tun als nur Kontrollgänge. „Die Vorbereitungen für die nächste Saison beginnen schon, wenn der letzte Badegast die Anlage verlassen hat“, sagt der Betriebsleiter. Das beginnt damit, dass die Anlage runtergefahren und der Wasserspiegel um 25 bis 30 Zentimeter abgesenkt wird, so dass er an der flachsten Stelle noch etwa 1,10 Meter beträgt. „Bevor der Frost kommt, muss dann der Wasserstand erneut angepasst werden“, erläutert Krumpholz. Hat es zuvor viel geregnet, muss er nochmals einen Teil ablassen. „Wenn zu viel oder zu wenig Wasser in den Becken ist, dann besteht die Gefahr, dass übermäßig viele Kacheln durch den Frost zerstört werden.“

Die kalte Jahreszeit bietet auch eine gute Gelegenheit, die Gerätschaften zu warten. „Das fängt an mit dem Bodensauger und den Pumpen und reicht bis zur Chlorgasanlage“, so Krumpholz. Letztere baut der Betriebsleiter sogar selbst aus, bevor er sie von einer Spezialfirma in Kassel überarbeiten lässt. „Das darf ich nur deshalb machen, weil ich zum einen eine Ausbildung als Maschinenbautechniker und zudem noch einen speziellen Lehrgang besucht habe“, sagt er. Über Langeweile kann sich Krumpholz, der in den Sommermonaten häufig 60 Stunden und mehr pro Woche im Panoramabad verbringt, also auch in der kalten Jahreszeit nicht beklagen. Schließlich soll ja alles perfekt funktionieren und vorbereitet sein, wenn das Freibad im Frühsommer wieder die Pforten für seine Besucher öffnet.

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