Vereinslied des FC Großalmerode kam bei Recherche zur Clubgeschichte zum Vorschein

Fußballer entdecken zum 100-Jährigen das Singen für sich

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Als Chor überraschten 18 Fußballer des FC Großalmerode am Samstagabend beim Kommers des Clubs zum 100-jährigen Bestehen im Großalmeröder Rathaussaal.

„Sie sind etwas aufgeregt, man möge es ihnen verzeihen“ kündigte Vorsitzender Jürgen Baumann zum Auftakt der Veranstaltung im proppenvollen Saal den Chor an, der im weißen FCG-Hemden mit blauer Krawatte einmarschierte. Eine doppelte Premiere: Noch nie waren Fußballer des Clubs als Chor aufgetreten, noch nie wurde das Vereinslied gesungen. Text und Noten wurden erst jüngst bei der Recherche zur Clubgeschichte in den Unterlagen von Berthold Stenzel gefunden. Der hatte die Noten jedoch nur als Trompeter dazu geschrieben, zum Singen reichte das nicht aus. Jetzt kam Berthold Gundlach, ehemaliger Musiklehrer an der Großalmeröder Bilsteinschule, ins Spiel. Er schrieb nicht nur die Noten dazu, sondern übte mit den Kickern das Lied in mehreren Proben auch ein.

„Bravo bravo“, schallte es durch den Saal und mancher forderte sogar eine Zugabe, als der Chor das dreistrophige Traditionslied, dessen Komponist unbekannt ist, in beeindruckender Weise gesungen hatte. Berthold Gundlach dirigierte die Kicker auch bei ihrem Auftritt, Xenia Jahn begleitete sie am Klavier.

Ehrungen des Hessischen Fußballverbands (HFV): Horst Schott (von links), Udo Möller, Volker Trebing, Andreas Stenzel, Patrick Lehmann, Landrat Stefan Reuß, Thomas Simon, Christian Warnemann und Peter Drescher, davor Jannik Baumann (von links), Sven Preßler, Sebastian Schäfer und Udo Soeder.

„Die Charleston-Welle schwappte aus Amerika gerade über den großen Teich“ erinnerte 2. Vorsitzender Thomas Gude, der durch das Programm moderierte, an Ereignisse zur Zeit der Gründung, bevor er den „Kapitano“, seinen besten Freund und Vorstandschef Jürgen Baumann, zur Festrede auf die Bühne bat. Der stellte den Beginn der Jugendarbeit heraus, nachdem der Club im Herbst 1945 wieder aktiviert wurde. Das Mitwirken in der Städtepartnerschaft mit Royston (England) und die Verbindung zu den Mannschaften in Stolwijk (Holland) und Lubin (Polen) verliehen dem Verein sogar internationales Flair, Kontakte, die bis heute anhalten. So war eine dreiköpfige Delegation aus Lubin angereist, um die Glückwünsche zum Jubiläum zu überbringen.

Verdiente Kicker des FCG in der Traditionsmannschaft Ü75: Alfred Markert (von links), Dr. Wolfgang Kistner, Julius Huppach, Karl-Heinz Gude, Erwin Schaal, Egon Marbach, Waldemar Tobi, Friedel Wagner und Horst Fischer mit den Vorsitzenden Thomas Gude und Jürgen Baumann.

Landrat Stefan Reuß, zugleich Präsident des HFV und Schirmherr der Veranstaltung, wünschte den Großalmerödern, dass sie an die Erfolge vergangener Jahre anknüpfen können. Derzeit habe der Fußballsport nach massiven Angriffen auf Schiedsrichter eine Nagelprobe zu bestehen, stellte Reuß heraus. Weil immer wieder Eltern junger Spieler ihre Emotionen am Spielfeldrand nicht im Griff haben, bezog er Position: „Bleibt zuhause, bevor ihr die Kinder versaut!“. Bürgermeister Finn Thomsen erntete Beifall, als er 100.000 Euro an Sportförderung bekanntgab und dem Verein eine Spende für neue blau-weiße Trikots überreichte. Sportkreisvorsitzender Dr. Jörg Möller lobte das Engagement des Clubs, Menschen dabei zu helfen, Bürger dieser Stadt zu werden.

Mit der Ehrenurkunde des Landessportbundes Hessen zeichnete Sportkreisvorsitzender Dr. Jörg Möller (3. von links) Matthias Gude (von links), Thomas Gude, Jürgen Baumann, Ingo Lindmeier und Karl-Heinz Siebert für mehrjährige ehrenamtliche Tätigkeit aus.

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