Aktionstage in Großalmerode

Gegen Hundekot in der Stadt: „Krönchen“ statt Fahne

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Bitte entsorgen: Hundebesitzer sollen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere entfernen.

Großalmerode. Nicht das Fähnchen auf dem Hundehaufen, sondern das Krönchen auf den guten Hundebesitzer – diese Herangehensweise hat sich die Großalmeröder Stadtverwaltung für die beiden Aktionstage „Mein Hund, meine Stadt“ vorgenommen, um für die Verschmutzung durch Hundekot zu sensibilisieren.

Am Dienstag, 20., und Mittwoch, 21. Juni, werden Mitarbeiter der Stadt Hundehalter zu typischen Gassi-Geh-Zeiten und an typischen Gassi-Geh-Strecken des Stadtgebiets ansprechen und Tüten verteilen. Besonders vorbildlichen Hundehaltern werde zudem ein kleines Präsent überreicht.

Vorab werden alle Hundebesitzer durch die Stadt angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht, „wie leicht es ist, das zu machen, was alle von einem Hundebesitzer erwarten“, sagt Bürgermeister Andreas Nickel.

Auch die Ortsvorsteher würden über die Aktion informiert, die sich zunächst jedoch auf die Kernstadt beschränke. „Das Problem stößt überall sauer auf, aber verstärkt in der Kernstadt“, sagt Nickel, der sich eine Wiederholung der Aktion in den Stadtteilen gut vorstellen kann. Mit der öffentlichen Aktion wolle man auch Bürger ohne Hund erreichen, die wiederum Hundehaltern Infos und Impulse geben könnten.

„Es liegt mir am Herzen, deutlich zu machen, dass wir uns um das Problem kümmern – aber es ist ein ewiges Hinterherlaufen“, sagt Nickel. Erschwerend komme hinzu, dass sich in einer kleinen Stadt wie Großalmerode jeder kenne und niemand jemand anderen denunzieren wolle. „Besonders bei großen, nicht privat zugeordneten Flächen ist man am entspanntesten.“

500 Hunde gibt es in der 7000 Einwohner zählenden Stadt Großalmerode. Für sie stehen 19 Tütenhalter bereit, mit deren Aufstellung die Stadt vor zehn Jahren begonnen und dann immer auf Hinweis um weitere Exemplare ergänzt hat. Zum Vergleich: Kassel hat knapp 200 000 Einwohner, also 28-mal so viele wie Großalmerode. In der Documenta-Stadt stehen mit 120 Tütenspendern gerade mal sechsmal so viele Spender wie in der Tonstadt. 2200 Euro hat Großalmerode für die Anschaffung der Spender investiert. Zur Bestückung werden jährlich acht Pakete für 800 Euro gekauft. Jedes Paket umfasst 30 Rollen à 250 Beutel.

Alle Tütenspender sind in Großalmerode in der Nähe einer Bank und eines Abfalleimers aufgestellt. „Wir haben diese Kombi mit Bedacht gewählt, damit die Hundehalter ihren gefüllten Beutel auch direkt entsorgen können“, sagt Nickel. Dass ein Spender mal leer sei, komme sehr selten vor – „und wenn doch, hat jeder Mitarbeiter immer Tüten, um den Spender schnell wieder aufzufüllen“, so Nickel.

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