"Pro Kaufunger Wald"

Gegen Windräder auf dem Bilstein: Aktions-Bündnis informiert

Großalmerode. "Ein Windpark vor meiner Haustür? Ohne mich." Gegner der Windkraft diskutierten auf einer Info-Veranstaltung des Aktions-Bündnisses „Pro Kaufunger Wald".

Das Thema Windkraft bewegt weiterhin die Menschen - vor allem dann, wenn einzelne Windenergieanlagen oder ganze Windparks quasi vor der eigenen Haustür errichtet werden sollen oder die sie umgebende Natur beeinträchtigen werden. Jüngstes Beispiel dafür war eine Informationsveranstaltung des Aktions-Bündnisses „Pro Kaufunger Wald“, die am Dienstagabend rund 100 Interessierte in den Großalmeröder Rathaussaal lockte.

Detlev Ahlborn

Anlass für die Veranstaltung waren die Pläne eines Darmstädter Energieversorgers, auf dem Bilstein über 200 Meter hohe Windenergieanlagen zu bauen. Pläne, die im Laufe dieses Jahres umgesetzt werden könnten.

In seinem Vortrag „Windkraft im Kaufunger Wald - Sinn oder Unsinn“ erläuterte der Ingenieur Dr. Detlef Ahlborn, dass der Antrag für diesen in Zukunft weithin sichtbaren Windpark „völlig an den Bürgern vorbei“ gestellt worden sei. „Dabei würde der Naturpark Meißner-Kaufunger Wald durch diese Maßnahme aus meiner Sicht total ruiniert werden“, sagte Ahlborn. Dafür würden nicht nur die Windenergieanlagen und die dadurch verschandelte Landschaft sorgen, sondern vor allem die während der Bauphase zerstörte Natur. „Pro Anlage müssen beispielsweise 3500 Tonnen Beton für das Fundament angeliefert werden“, so Ahlborn. Bei zehn Anlagen seien das 35 000 Tonnen. „Und dafür muss mitten im Naturpark eine Schwerlaststraße gebaut werden, wobei Wald gerodet und Biotope zerstört werden.“

Zum Auftakt der Veranstaltung hatte Bündnis-Sprecher Alexander Meywirth betont, dass sich alle Beteiligten der Notwendigkeit einer Drosselung von CO2-Emissionen bewusst seien. „Dafür darf aber nicht der Natur- und Artenschutz geopfert werden“, sagte er. Seine Forderung nach einem sofortigen Ausbaustopp der Windenergie, einer Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des damit verbundenen „Subventions-Wahnsinns“ sowie einer „ehrlichen und transparenten“ Energiepolitik quittierten die Zuhörer ebenso mit lang anhaltendem Applaus wie die Ausführungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich. Er betonte, dass deutschlandweit schon jetzt mehr Kapazitäten an Erneuerbaren Energien aufgebaut worden seien, als in den größten Nutzungsspitzen benötigt würden. Er trete dafür ein, dass das gesamte Konzept der Energiewende neu überdacht wird. (per)

www.kaufunger-wald.de

www.vernunftkraft.de

www.bi-bilstein.de

Rubriklistenbild: © dpa

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