2018 soll Neubau entstehen

Gemeindehaus in Großalmerode wird abgerissen

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Fluchtwege geschlagen: Das Technische Hilfswerk Großalmerode, das beim Umzug des evangelischen Gemeindehauses tatkräftig mitanpackte, durfte das abrissreife Haus zum Dank für eine Übung nutzen, wie Pfarrer Jörn Jakob Klinge und seine Sekretärin Michaela Möller bei einem letzten Rundgang erklären.

Großalmerode. Zwei ziehen bald unter ein Dach: Im entstehenden Gemeindehaus-Neubau werden sich evangelische Kirche und Diacom, eine Tagespflege für Senioren, ab 2018 die Fläche teilen.

Laute Schläge sind aus dem abrissreifen evangelischen Gemeindehaus in Großalmerode zu hören: Im ersten Stock haut Küster Karlheinz Schlosser die Küchenschränke mit einer Axt klein - sonst herrscht bis auf Bauschutt und etwas Sperrmüll gähnende Leere in dem 700 Quadratmeter großen Haus.

„Anfang März soll der Abriss beginnen und circa einen Monat dauern“, erklärt Pfarrer Jörn Jakob Klinge. Das Inventar wie Stühle, Tische, Spülmaschine, Orgel und vieles Weiteres wurde in den vergangenen Wochen über die ganze Stadt verteilt. „Es haben alle mitangepackt, neben mir und meiner Sekretärin Michaela Möller auch der Kirchenvorstand, Gemeindeglieder, Flüchtlinge und das Technische Hilfswerk“, lobt Klinge, der dem Technischen Hilfswerk im Gegenzug das Gebäude für eine Übung überließ.

Nur empfindliche Geräte wie den Drucker habe man von einer Firma in die Räume gegenüber der Kirche transportieren lassen, wo das Gemeindebüro für die nächsten knapp zwei Jahre untergekommen ist. Voraussichtlich Anfang 2018 - nach 18 Monaten Bauzeit - soll der Neubau stehen. Die Bauarbeiten sollen laut Plan im Juni starten.

„Zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Euro hätte die Sanierung des Gemeindehauses gekostet“, erklärt Klinge die Entscheidung für einen Neubau. Das 1894 erbaute und stetig erweiterte und umgebaute Gebäude war nicht barrierefrei - der 240 Quadratmeter große Saal jedoch im ersten Stockwerk. Für die Sanierung einer öffentlichen Einrichtung müsse man immer ein Ingenieurbüro beauftragen, zudem gebe es höhere Brandschutzauflagen für ein Gebäude, in dem sich mehr als 200 Personen aufhalten können, ganz zu schweigen von den energetischen Auflagen, die bei einer Sanierung zum Tragen gekommen wären.

Zudem hatte die Landeskirche die Gemeindehäuser überprüft und das alte Gemeindehaus als zu groß eingestuft. „Für die etwas mehr als 3000 Gemeindeglieder stehen uns 400 Quadratmeter zu - in dieser Größenordnung wird sich auch der Neubau bewegen“, sagt Klinge.

Um die Fläche auszunutzen und Synergien zu bilden, hat sich der Pfarrer mit der Diacom zusammengetan. In dem neuen Komplex wird neben den Räumlichkeiten für die evangelische Gemeinde auch eine Tagespflege für Senioren der Diacom untergebracht sein. „Wir brauchen nur eine Heizung, einen Aufzug, ein Treppenhaus und auch inhaltlich wollen wir Synergien bilden.“ Während die Kirche das Grundstück bereitstellt, tritt die Diacom im Gegenzug als Bauherrin auf. Die 800 000 Euro für die Räumlichkeiten des Gemeindehauses werden durch Landeskirche, Kirchenkreis und den Verkauf des alten Pfarrhauses an der Nordstraße finanziert, da für die zweite, nun halbe Pfarrstelle keine Residenzpflicht besteht.

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