Gemeinsam auf großen Bühnen

Elfriede und Albert Casselmann aus Uengsterode feiern Diamantene Hochzeit

Ihre Diamantene Hochzeit wollen Elfriede und Albert Casselmann heute im Kreis der Familie feiern, Pfarrer Armin Scheerschmidt hat sich für eine kleine Andacht angekündigt.
+
Ihre Diamantene Hochzeit wollen Elfriede und Albert Casselmann heute im Kreis der Familie feiern, Pfarrer Armin Scheerschmidt hat sich für eine kleine Andacht angekündigt.

Elfriede und albert Casselmann aus Uengsterode feiern heute Diamantene Hochzeit.

Uengsterode – Elfriede und Albert Casselmann aus Uengsterode standen Jahrzehnte als international erfolgreiche Brieftaubenzüchter bei Siegerehrungen immer wieder auf den großen Bühnen der Verbände, heute stehen die Beiden als Ehepaar im Mittelpunkt ihrer Familie: Nach 60 Jahren Ehe feiern sie ihre Diamantene Hochzeit.

Albert Casselmann wird 1938 in Großalmerode geboren, wächst dort auf und wird am Ende seiner Schulzeit in der Stadtkirche konfirmiert. Zunächst arbeitet er mit seinem Bruder in der hauseigenen Schlachterei im Töpferhof, bevor es ihn beruflich ins Rheinland zieht. 1959 kommt er für ein paar Urlaubstage nach Hause – und sieht in der Fleischerei die knapp zwei Jahre jüngere Elfriede Peter aus Uengsterode, die als Verkäuferin hinter der Ladentheke steht. Nach dem ersten Blickkontakt kommen sich die beiden näher. Zurück im Rheinland bleiben Albert und Elfriede in Briefkontakt, treffen sich immer wieder mal in der Tonstadt, bis Albert sich nach ein paar Monaten dazu entscheidet, auf Dauer nach Großalmerode zurückzukehren.

Längst haben sich die beiden ineinander verliebt und beschließen, zu heiraten. Am Samstag, 22. Juli 1961, findet die standesamtliche Trauung in Laudenbach statt, tags drauf erteilt Pfarrer Johannes Teichert dem Brautpaar in der Uengsteröder Kirche Gottes Segen. Die Hochzeit wird mit der Familie im Gasthaus „Neubau“ im Ort gefeiert.

Das junge Paar wohnt zunächst in einem Zimmer über der Fleischerei, in der Albert auch wieder arbeitet. 1963 kaufen die beiden ein Haus in Uengsterode und beginnen zu renovieren. Weil ihnen von einem Umbau abgeraten wird, entscheiden sie sich, an der Straße „Am Siechen“, wo sie noch heute leben, neu zu bauen. Alberts neuer Arbeitsplatz ist die Großalmeröder Tongrube. Das Paar steckt nicht nur viel Eigenleistung in das Haus, das sie 1971 beziehen, sondern auch in ein Taubenhaus für bis zu 200 Tiere, mit dem sich Albert, der seit seiner Jugend Brieftauben züchtet, einen Traum erfüllt.

Während Elfriede neben der Arbeit in der Fleischerei ihre Großnichte Anja versorgt, widmet sich das Ehepaar seinen Tauben – mit großem Erfolg. Unter den vielen Auszeichnungen, die die Vitrinen und Schubläden im Haus füllen, ragen vor allem zwei heraus: Der Pokal für das schönste Tier der Welt bei der Brieftauben-Olympiade 2001 in Südafrika und die Tafel für den Nationalsieger 2011 beim Wettflug über 631 Kilometer in Südafrika mit 686 teilnehmenden Tauben.

Als unvergessliche Momente haben Casselmanns die Siegerehrungen in der Essener Grugahalle und der Dortmunder Westfalenhalle gut in Erinnerung, als ihnen zur Ehre die Nationalhymne abgespielt wurde. Mit ihren Tauben der Rasse „Janssen“ hat das Paar bei Preisflügen in 55 Jahren 175-Mal Platz 1 belegt, ist 2007 sogar nach Südafrika gereist, um als Zeugen eines so freien Wettfliegens mit eigenen Tauben am Start zu verfolgen. In drei Fachbüchern wird jeweils auf mehreren Seiten über das erfolgreiche Paar aus dem Großalmeröder Stadtteil berichtet. Das erklärt, warum sogar Züchter aus China sie aufgesucht haben.

Ihre Diamantene Hochzeit wollen sie heute im Kreis der Familie feiern, Pfarrer Armin Scheerschmidt hat sich für eine Andacht angekündigt. (zlr)

Im Juli 1961: Elfriede und Albert Casselmann bei ihrer Hochzeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.